Die beste Zeit zum Pflanzen gießen – und warum das so wichtig ist

by Finploris
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Eine perfekte Niederschlagsmenge ist der Traum eines jeden Gärtners, aber die Realität ist, dass es fast jeden Sommer Phasen mit heißen, trockenen Tagen gibt, an denen wir gießen müssen, um unsere Pflanzen am Leben zu halten. Die Frage, wann der beste Zeitpunkt für die Bewässerung deines Gartens ist, geht Hand in Hand mit der Frage, wie man wässert. Damit du das meiste aus dem kostbaren H2O herausholst, hier ein paar Grundlagen zur Bewässerung.

Warum Wasser notwendig ist

Du erinnerst dich sicher aus dem Biologieunterricht, dass Pflanzen Wasser brauchen, um Photosynthese zu betreiben – also die Umwandlung von Wasser in Zucker und Sauerstoff, wenn die Blätter dem Licht ausgesetzt sind. Aber Wasser ist noch mehr als das: Es transportiert auch Nährstoffe innerhalb der Pflanze, so dass selbst in den reichhaltigsten Gartenböden die Pflanzen unterversorgt sind, wenn die Wasserversorgung unzureichend wäre.

Wie viel Wasser?

Die Grundregel lautet, dass dein Gemüsegarten oder deine Hochbeete jede Woche 2,54 Zentimeter Regen benötigen. Das bedeutet, dass pro 10 Quadratmeter 303 Liter Regen benötigt werden. Wenn es geregnet hat, du aber keinen Regenmesser besitzt oder dir nicht sicher bist, wie viel es geregnet hat, dann sieh in den örtlichen Wetterinformationen nach.

Oder prüfe, ob sich der Boden fünf Zentimeter unter der Oberfläche trocken anfühlt. Wenn du deine Pflanzen mit Mulch bedeckt hast, stich ein Loch in den Mulch, um an den Erdboden zu kommen. Verlass dich aber nicht darauf, wie der Boden aussieht, sondern steck deine Zeigefinger in den Boden hinein, um zu fühlen, ob die Erde trocken ist.

Jedoch gibt es Ausnahmen von dieser Regel: Sandige Böden lassen das Wasser viel schneller abfließen als schwerere Lehmböden, sodass sie häufiger bewässert werden müssen, um den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen.

Wann gießen?

Die beste Zeit zum Gießen ist am frühen Morgen, wenn es noch kühl ist. Dann sind die Pflanzen auf einen heißen Tag gut vorbereitet, aber das ist bei einem vollen Terminkalender nicht immer leicht zu bewerkstelligen. Die zweitbeste Zeit ist der späte Nachmittag oder der frühe Abend. Wenn du keine Tropfbewässerung oder einen Gartenschlauch verwendest, ist das Gießen am späten Abend nach Einbruch der Dunkelheit keine gute Idee, da die Blätter dann nicht mehr abtrocknen können, was zur Verbreitung von Pilzen führen kann. Tomaten sind die besten Kandidaten dafür.

Auch hier gibt es Ausnahmen von der Regel – am frühen Morgen und am frühen Abend zu gießen. Wenn deine Pflanzen verwelkt aussehen, stehen sie unter Trockenstress. In diesem Fall solltest du nicht warten, sondern sie sofort gießen – auch wenn es an einem heißen Nachmittag ist.

Blühende Blume

Die Wurzeln bewässern

Versuche immer so wenig Wasser wie möglich auf die Blätter zu sprühen und den Boden um die Pflanze herum mit der Gießkanne oder dem Schlauch zu bewässern. Bespritze die Pflanzen nicht von oben. Wenn eine Pflanze ein üppiges Blattwerk hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Wasser bei einer Bewässerung von oben nie den Boden erreicht.

Auch Rasensprenger haben im Gemüsegarten nichts zu suchen, denn sie benetzen nur das Blattwerk und nicht den Boden, sodass das meiste Wasser verdunstet. Sickerschläuche sind ideal für Gemüsegärten. Denn sie helfen dir Wasser zu sparen. Ein an einem Schlauch befestigtes Bewässerungsrohr ist ebenfalls sehr gut geeignet, da es bis zur Wurzel der Pflanze reicht.

Behalte deine Topfpflanzen aufmerksam im Auge

Alles, was du in Töpfen anpflanzt, selbst Pflanzen, die von Natur aus einen geringen Wasserbedarf haben, brauchen mehr Wasser und müssen häufiger gegossen werden als Pflanzen in der Erde. Töpfe, insbesondere aus Kunststoff, absorbieren und speichern Wärme, wodurch die Erde viel schneller austrocknet als Gartenerde. Deshalb müssen Kübelpflanzen täglich gegossen werden, an heißen Tagen sogar zweimal am Tag, bis das Wasser aus den Abflusslöchern tropft. Auch hier solltest du mit dem Finger testen, ob sich die Erde bis zum zweiten Fingerknöchel trocken anfühlt. Wenn dies der Fall ist, solltest du deine Pflanzen umgehend gießen.

Geh das Pflanzen gießen langsam an

Wenn es nicht geregnet hat und der Boden oder die darüber liegende Rindenschicht sehr trocken ist, solltest du mit der Düse der Gießkanne oder einer Sprühdüse eines Wasserschlauchs zunächst nur sehr wenig gießen. Gieße solange, bis die oberste Schicht durchnässt ist, sonst läuft das Wasser einfach ab. Sei geduldig, denn es kann ein paar Bewässerungsdurchgänge dauern, bis das Wasser im Boden versickert.

Pflanzen gießen – denke tiefgründig

Pflanzen in tief bewässertem Boden entwickeln stärkere Wurzeln und sind insgesamt gesünder. Das Ziel der Bewässerung besteht also darin, Wasser zu den Wurzeln einer Pflanze zu bringen, was viel besser durch tiefes und selteneres Gießen erreicht wird als durch oberflächliches und häufiges Gießen. Die Tiefe der Pflanzenwurzeln variiert, aber im Allgemeinen sollte der Boden bis zu einer Tiefe von 12 bis 15 cm durchnässt werden. Vorausgesetzt, der Boden hat eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit. Lehmboden mit schlechter Wasserdurchlässigkeit speichert das Wasser, wodurch weniger Bewässerung benötigt wird. Ansonsten würde eine Überwässerung zu Wurzelfäule führen.

Pflanzen, die besondere Pflege brauchen

aufgehende Blüte

Nur weil es eine Weile nicht geregnet hat, heißt das noch lange nicht, dass du alles in deinem Garten gießen musst. Das Motto lautet hier: Gieße nach Bedarf. Wenn eine Pflanze, auch eine alte, verwelkt aussieht und unter Trockenstress steht, braucht sie Wasser.

Allerdings gibt es einige Kandidaten, die immer ihre besondere Aufmerksamkeit brauchen: Alles, was neu gepflanzt wird ( sei es ein Baum, ein Strauch oder eine Staude), muss zumindest im ersten Jahr regelmäßig gegossen werden. Wenn es nicht viel regnet, gieße sie so lange, bis der Boden um die Pflanze herum gut befeuchtet ist.

Auch alles, was du ausgesät hast, muss ständig feucht gehalten werden, damit es keimen kann. Ganz gleich, ob es sich um den Salat in deinem Garten oder im Hochbeet handelt oder um die Wildblumensamen, die du ausgestreut hast. Wenn es nicht jeden Tag regnet, musst du sie täglich gießen. Und zwar ganz vorsichtig, damit du die Samen nicht auswäschst. Am besten funktioniert das mit einem Schlauch oder einer Gießkanne mit einer feinen Sprühdüse.

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