5-Schritte-Leitfaden: so richtest du einen Notfallfond ein

by Finploris
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Es geht nicht um die Frage, ob ein unerwarteter Notfall eintreten könnte, sondern wann.

Ob es sich nun um eine dringende Hausreperatur, einen Tierarztbesuch, eine Autoreparatur oder den Verlust des Arbeitsplatzes handelt – ein Notfallfond hilft dir in dieser Situation finanziell.

Ich gehe auf alles ein, was du über Notfallfonds wissen solltest, sodass du dein eigenes Notfallkonto einrichten kannst um für deine finanzielle Sicherheit vorzusorgen.

Was ist ein Notfallfond?

Ein Notfallfond enthält einen bestimmten Geldbetrag, den du für Notfälle zurückgelegt hast. Mit einem Notfallfond kannst du beruhigt schlafen, denn du weisst, dass du finanziell abgesichert bist – falls mal etwas passiert.

Wann solltest du einen Notfallfond verwenden?

Du solltest deinen Notfallfond nur in echten Notfällen verwenden, wie beispielsweise bei:

  • Medizinischen Notfällen
  • Dringenden Haussanierungen
  • Verlust des Arbeitsplatzes
  • Unerwarteter Tierarztkosten
  • Autoreperaturen

Dein Notfallkonto ist nicht für den Kauf eines Handys, Computers, von Kleidung oder eines Fahrrads gedacht, also für Dinge, die du nicht unbedingt benötigst. Sei dir deshalb darüber im Klaren, wofür dein Notfallfond wirklich gedacht ist.

Wie viel Geld sollte ich in einem Notfallfond haben?

Einige Experten empfehlen mit 1.000 Euro Startkapital für einen Notfallfond zu starten. Das ist erstmal eine gute Idee, aber das Hauptziel sollte sein, 6 Monate deiner Lebenshaltungskosten abzudecken.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels (Mai 2022) herrscht in der Welt viel Chaos und eine hohe Unsicherheit – bedingt durch den Ukraine Krieg und die Corona Pandemie. Ein Notfallfond in Höhe deiner Lebenshaltungskosten von 6 Monaten würde dir wenigstens finanzielle Sicherheit bringen.

Zu den Lebenshaltungskosten gehört alles, das du zum Leben brauchst – wie Miete, Hypotheken, Strom, Internet, Mobiltelefon, Lebensmittel und Versicherungen. Zu den Lebenshaltungskosten gehören hingegen keine Ausgaben für die neuesten Gadgets, Kleidung, unnötige Abonnements oder Entertainment.

Wenn ein echter Notfall eintritt, bräuchtest du jeden Monat doch auch nur das Nötigste zum Leben, weil man einfach kein Geld für schicke Kleidung oder Unterhaltung hat.

Ein Beispiel aus dem wahren Leben: In Deutschland belaufen sich die durchschnittlichen monatlichen Lebenshaltungskosten auf etwa 1.411 Euro. 1.411 Euro x 6 Monate ergibt 8.466 Euro. Der Notfallfond sollte entsprechend mindestens 8.466 Euro betragen. Da ich ein zusätzliches Sicherheitsnetz schaffen möchte, liegt mein persönliches Ziel für den Notfallfond höher – bei 11.000 Euro.

Wie viel du sparst, hängt letztendlich von dir und deiner Lebenssituation ab. Ich sehe das Ansparen der Lebenshaltungskosten von mindestens 6 Monaten als sinnvoll an.

Wo sollte ich meinen Notfallfond anlegen?

Dein Geld im Notfallfond muss jederzeit verfügbar sein. Es ist zudem von Vorteil, wenn dein Geld im Notfallfond eine gewisse Rendite risikolos abwirft.

Ein Festgeldkonto ist eine gute Möglichkeit für einen Notfallfond, da du Zinsen erhältst und dein Geld sicher ist. Über den Vergleichsrechner findest du die besten Festgeldkonten.

Wie richte ich einen Notfallfond ein?

1. Spare deine Lebenshaltungskosten für 1 Monat

6 Monate Lebenshaltungskosten anzusparen mag zunächst etwas überfordernd klingen, deshalb ist es hilfreich, sich zunächst etwas kleinere Ziele zu setzen.

Nimm dir deshalb für den Anfang vor, deine Lebenshaltungskosten für einen Monat zu sparen. Wie viel gibst du in einem Monat zum Leben aus? Denke daran, dass du nur die notwendigen Ausgaben für Miete, Hypotheken, Strom, Versicherungen usw. berücksichtigen solltest.

Notiere deine Ausgaben für notwendigsten Kosten und addiere sie zusammen. Wie hoch ist der Betrag? Dieser Betrag wird nämlich dein erstes Sparziel sein, das du erreichen solltest.

P.S. Wenn du noch keinen Haushaltsplan hast, ist es jetzt an der Zeit einen zu erstellen. Meine Schritt-für-Schritt Anleitung für die Erstellung eines Budgetplans findest du hier.

2. Tilge zuerst hochverzinsliche Schulden

Sobald du dein erstes Ziel erreicht hast, nämlich 1 Monat deiner Lebenshaltungskosten zu sparen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um gewisse Schulden wie hochverzinsliche Ratenkredite oder Kreditkartenschulden zu tilgen.

Wenn du Ratenkredit- oder Kreditkartenschulden hast, zahlst du höchstwahrscheinlich eine Menge Geld an Zinsen. Kreditkartenschulden können einen Zinssatz zwischen 10% bis 20 % haben.

Wenn der Zinssatz für deine Kreditkarte z. B. 20 % beträgt und du ein Minussaldo von 1.000 € hast, dann zahlst du allein für Zinsen jährlich etwa 200€. Wenn du ein viel höheres Schuldensaldo auf deiner Kreditkarte hast und jeden Monat nur den Mindestbetrag zahlst, gibst du wahrscheinlich Hunderte von Euro allein an Zinsen aus und kommst kaum mit der Tilgung des Schuldenbergs voran.

Deshalb ist es wichtig, hochverzinsliche Schulden so schnell wie möglich zu tilgen. Sobald du deine Kreditkartenschulden und andere hochverzinsliche Schulden abbezahlt hast, ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen.

Sie dir hierzu an: Sollte ich ein Haushaltsbuch führen?

3. Setze dir ein Ziel für deinen Notfallfond

Ziele machen die Angelegenheit spannend und motivierend. Mit Zielen kannst du auch überprüfen, ob du Fortschritte machst.

Deine Ziele für den Notfallfond können in etwa so aussehen:

Ziel 1: Bis Juni 1 Monat Lebenshaltungskosten ansparen

Ziel 2: Bis September 2 Monate Lebenshaltungskosten ansparen

Ziel 3: Bis November 3 Monate Lebenshaltungskosten ansparen

Halte deine Ziele schriftlich fest und behalte sie im Auge. Für manche ist es sinnvoll, ihre Ziele für den Notfallfond an dem Kühlschrank aufzuhängen. Natürlich kannst du auch deine Ziele in einer Smartphone-Notiz-App festhalten oder einen Screenshot deiner Ziele machen und diesen als Bildschirmhintergrund verwenden.

4. Bezahle deine übrigen Schulden ab und spare Geld

Sobald du deine hochverzinslichen Ratenkreditschulden und Kreditkartenschulden abbezahlt hast (falls du welche hast), kommt nun der nächste Schritt. Erstelle dir einen Plan, wie du deine Schulden tilgen und gleichzeitig Geld für deinen Notfallfond ansparen kannst.

Du kannst dich nun dafür entscheiden, ob du dein verfügbares Geld zu gleichen Teilen in die Tilgung der Schulden und das Ansparen in einen Notfallfond nutzen möchtest. Letztendlich hängt es stark von deiner Situation und deinen Zielen ab. Ich würde der Abzahlung der Schulden Priorität einräumen und dabei etwaige Immobilienkredite als normale Lebenshaltungskosten und nicht als Schulden ansehen.

Manche entscheiden sich, alle Schulden zuerst zu tilgen, bevor sie einen 6-monatigen Notfallfond einrichten, während andere auf Nummer sicher gehen und 6 Monate der Lebenshaltungskosten sparen, bevor sie alle Schulden tilgen. Ich empfehle Letzteres, denn Notfälle können jederzeit eintreten. Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Mit den folgenden Tipps kannst du mehr Geld für deinen Notfallfond ansparen:

Schau dir hierzu an, ob du nicht bei Versicherungen Geld sparen kannst.

Die folgenden Informationen und Vergleichsrechner helfen dir dabei, die besten Versicherungen zu finden. Mehr dazu erfährst du hier:

Hausratversicherung
Tierhalterhaftplichtversicherung
Zahnzusatzversicherung

5. Automatisiere das Sparen

Eine einfache Möglichkeit um in deinen Notfallfond einzusparen, besteht darin, das Sparen zu automatisieren. Richte hierzu eine wiederkehrende Überweisung auf dein Notfollkanto ein – so klappt das Sparen am einfachsten.

Schlussbemerkung

Ein Notfallkonto ist nicht optional. Deshalb solltest du noch heute damit anfangen, falls Sie noch keines hast.

Hast du bereits einen Notfallfond? Wenn ja, wie viel hast du angespart?

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