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Wertpapierdepot: vergleichen, eröffnen, investieren

by Finploris
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Du möchtest am Aktienmarkt investieren? Dann brauchst du ein Wertpapierdepot, das zu deiner Anlagestrategie passt. Und mit dem du Gebühren sparst. Der folgende Leitfaden hilft dir bei deiner Entscheidung, ehe du Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere handeln kannst.

Die Wahl des für dich passenden Wertpapierdepots hat unmittelbare Auswirkungen auf deine zukünftigen Kosten für die Wertpapierverwaltung und das Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren.

Der Depot-Vergleich

  1. Was bietet mir ein Wertpapierdepot?
  2. Der Depot-Vergleich
  3. Wie eröffne ich ein Wertpapierdepot?
  4. Wie kann ich mein Depot wechseln?
  5. Was kostet mich ein Wertpapierdepot?

Was bietet mir ein Wertpapierdepot?

1. Sicherheit vor Insolvenz des Brokers

Deine Wertpapiere sind vor der Insolvenz der depotführenden Bank geschützt und gehören auch im Insolvenzfall dir. Lediglich der Zugriff auf dein Depot könnte temporär im Falle eines Insolvenzverfahrens eingeschränkt sein. Da das Depot der Verwahrung deiner Wertpapiere dient, enthält es keinen Barbestand.

Deshalb eröffnet dein Broker für dich parallel ein sogenanntes Verrechnungskonto zur Durchführung von Wertpapiertransaktionen. Das Guthaben auf diesen Verrechnungskonten unterliegt bei europäischen Brokern der gesetzlichen Einlagensicherung.

2. Risikoeinstufung anhand deiner Anlageerfahrung

Depotführende Banken sing gesetzlich verpflichtet deine Anlageerfahrung abzufragen. Auf Basis deiner Angaben im Wertpapierhandelsbogen (WpHG) wird deine individuelle Risikoeinstufung vorgenommen. Diese entscheidet darüber, ob du mehr oder weniger riskante Wertpapiere wie Anleihen, Aktien, Optionen, Futures, Optionsscheine oder Zertifikate handeln kannst. Den Wertpapierhandelsbogen füllst im Zuge der Depoteröffnung aus.

3. Was neben Kosten sonst noch zählt

Entscheidest du dich für ein günstiges Depot, so kannst du viel Geld sparen und damit deine Aktienrendite erhöhen. Doch neben den Depotkosten könnten für dich auch andere Aspekte von Bedeutung sein. Dazu gehören der Bedienkomfort der Orderverwaltung über das Online-Depot oder die Depot-App. Sowie die Anzahl der Börsenplätze und das Angebot an ETF-Sparplänen.

4. Der Serviceumfang

Bei Onlinebrokern steht dir telefonisch und schriftlich ein Servicemitarbeiter zur Seite. Bei klassischen Filialbanken ist es dein Kundenbetreuer. Für Investitionsentscheidungen spielt das aber ohnehin keine Rolle. Aufgrund der sehr geringen Gebühren ist der allgemeine Serviceumfang bei Neobrokern auf das Wesentliche beschränkt. Viele typische Fragen zur Depotverwaltung kannst du auch auf den Hilfeseiten der Broker verständlich nachlesen.

5. Abgeltungssteuer

Europäische Broker führen die Abgeltungssteuer auf Wertpapiergewinne und Dividenden meist automatisch an das Finanzamt ab. Mithilfe des Freistellungsauftrags kannst du den Steuerabzug bis zu einer Höchstgrenze von 801 Euro pro Jahr (Verheiratete 1.602 Euro) vorbeugen.

Bedenke wie du den Freistellungsauftrag auf deine depotführenden Banken aufteilst. Führt dein Broker die Abgeltungssteuer nicht automatisch ab, so musst du deine Kapitaleinkünfte über die Einkommenssteuer im Folgejahr deklarieren. Dies ist zwar nicht ganz so bequem, aber es erhöht unterjährig deine Liquidität.

Der Depot-Vergleich

Smartphonedepot

Der amerikanische Smartphone-Broker “Robin Hood” hat es vorgemacht: Der Wertpapierhandel ganz ohne Kosten. Auch hierzulande haben sich sogenannte Neobroker etabliert, die keine Gebühren für die Depotführung erheben und keine oder nur sehr geringe Gebühren für den Kauf und Verkauf von Aktien verlangen.

In erster Linie fokussieren sch die jungen Smartbroker auf Smartphonenutzer. Aufgrund der innovativen Benutzerführung und der verschwindend geringen Kosten eignen sie sich hervorragend für deinen Start an den Aktienmärkten. Oder auch als Zweitdepot. Von der Registrierung bis zur ersten Kauforder führt dich die App des jeweiligen Anbieters verständlich durch alle Schritte.

Du musst nicht länger auf die Kosten achten und kannst beliebig dein Depot zusammenstellen und jederzeit anpassen. Doch lass dich dabei nicht zu sehr zu kurzfristigen Trades verleiten, sondern investiere mit Bedacht und langfristig.

Eingeschränkter bist du hingegen bei der Auswahl an Handelsplätzen. Einige Smartphone-Broker bieten dir drei Börsen an, andere nur eine. Möchtest du ohnehin nur bekannte Aktien kaufen, so ist dies allerdings kein Nachteil. Denn diese kannst du problemlos über die Partner-Börsen der Smartbroker handeln.

Onlinedepot

Gegenüber den erstgenannten Neobrokern bieten dir klassische Direktbanken eine höhere Flexibilität bei der Auswahl an Handelsplätzen. So findest du eine noch größere Auswahl an Aktien und kannst zudem die Kurse zwischen verschiedenen Handelsplätzen vergleichen und dir die günstigste Börse heraussuchen. Über Xetra, deutsche Regionalbörsen oder direkt über ausländische Börsen findest du deshalb auch eine größere Anzahl an kleineren ausländischen Aktienunternehmen.

Die Benutzerführung ist vergleichbar mit der von Neobrokern. Neben einer Desktopversion ermöglichen dir Onlinebroker in vergleichbarer Weise die Depotverwaltung und den Wertpapierhandel über das Smartphone. Zudem ist der Serviceumfang größer, den du allerdings auch über höhere Orderkosten bezahlst.

Für langfristig orientierte Anleger, welche eine Buy-and-Hold-Strategie verfolgen, fallen die Transaktionsgebühren jedoch nicht weiter ins Gewicht. Vorausgesetzt, du kaufst und verkaufst nicht ständig Wertpapiere. Die allermeisten Onlinebroker bieten dir darüber hinaus ein kostenloses Wertpapierdepot an.

Filialdepot

Die teuerste Variante ist die Depotführung bei einer Bank. Lässt du dich für das Onlinebanking freischalten, so kannst du dir einige Gebühren für den Wertpapierhandel sparen. Für eine langfristige Aktienstrategie und für das Anlegen mit ETF brauchst du hingegen keine persönliche Beratung.

Du kannst dir nämlich die Vorzüge von ETF hier verständlich durchlesen. Möchtest du dich gerne allumfassend zu deiner persönlichen Finanzplanung beraten lassen, so empfehle ich dir ohnehin einen unabhängigen Finanzberater ohne Provisionsanreize.

Wie eröffne ich ein Wertpapierdepot?

1. Beantrage einen Depotzugang

Über die App oder die Website des Brokers füllst du den Eröffnungsantrag aus und sendest ihn zurück an die Brokerfirma. Bei Filialbanken kannst du deinen Zugang online oder über deinen Bankberater beantragen.

2. Legitimere dich als Neukunde

Dein zukünftiger Broker leitet dich zum nächsten Schritt, der Legitimierung weiter. Das moderne Videoident-Verfahren kannst du von zu Hause aus durchführen. Über die Kamera deines Smartphones oder Computers kannst du dich bei einem Callcenter legitimieren. Mittels Videochat wird deine Identität mit deinem Personalausweis oder Reisepass abgeglichen. Das dauert nicht länger als 10 Minuten und ist gegenüber dem Postident-Verfahren deutlicher bequemer.

Beim Postident-Verfahren legst du dagegen deinen Ausweis oder Reisepass zusammen mit dem Postdienst-Formular des Brokers einem Mitarbeiter in einer Postfiliale vor. Dieser überprüft deine Identität und sendet Kopien der vorgelegten Dokumente an den Broker weiter.

3. Schalte dein Depot frei

Nachdem du dein Depot beantragt und dich erfolgreich legitimierst hast erfolgt nun der letzte Schritt, die Freischaltung deines Depots. Dein Broker benachrichtigt dich, sobald du dich das erste Mal in dein Wertpapierdepot anmelden kannst. Häufig erhält du darüber einen Brief mit einer Pin zur finalen Freischaltung deines Depots.

Wie kann ich mein Depot wechseln

1. Antrag stellen

Du stellst einen Antrag beim neuen Depotanbieter und gibst dabei gleich an, dass du dein Depot zu ihm wechseln möchtest. Er kümmert sich dann um den Umzug deines Depots.

2. Sperrzeit beachten

Nach dem Umzug deiner Wertpapiere kannst du unter Umständen einige Tage oder gar Wochen keine Wertpapiere verkaufen. Der Kauf von neuen Wertpapieren ist davon meist nicht betroffen. Diese Sperrzeit ist eine zusätzliche Sicherheitsfunktion.

3. Verlustübertrag beantragen

Bei deinem alten Broker beantragst du noch einen Verlustübertrag. Dieser reduziert deine Abgeltungssteuer, indem du Aktiengewinne mit Aktienverlusten verrechnen kannst.

4. Bestandsschutz überprüfen

In deinem neuen Depot überprüfst du nochmals die ursprünglichen Anschaffungskosten deiner Aktien. Denn davon hängt deine Steuerbefreiung von der Kapitalertragssteuer ab.

Hast du deine Aktien vor dem 1. Januar 2009 gekauft, so musst deine keine Abgeltungssteuer auf Kursgewinne zahlen. Auch dann nicht, wenn du dein Depot gewechselt hast.

Für Fonds bleiben Gewinne bis zu 100.000 Euro pro Person nach dem 1. Januar 2018 steuerfrei, sofern du den Fonds vor 2009 gekauft hast. Die Übertragung der Wertpapiere in ein anderes Depot darf übrigens innerhalb Deutschlands laut Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) nichts kosten.

5. Fondsbruchteile verkaufen

Bruchteile an Fonds und ETF kannst du nicht ins neue Depot übertragen. Handelt es sich um einen Fond, so kannst du diese Bruchteile an die Fondsgesellschaft zurückgeben oder über deinen Broker verkaufen.

Handelt es sich dagegen um einen ETF, so kannst du deine Bruchteile wie gewohnt an der Börse einfach verkaufen.

Was kostet mich ein Wertpapierdepot?

Wie unterscheiden sich die Kosten?

In der Regel zahlst du eine prozentuale Transaktionsgebühr auf den Orderwert für den Kauf und -verkauf von Wertpapieren. Erhebt dein Wunschbroker hingegen einen gestaffelten Preis, so achte an dieser Stelle genau auf die Mindest- und Höchstpreise für deine Wertpapiertransaktionen.

Besonders kostentransparent ist dagegen die sogenannte Flatfee. Dabei zahlst du für jede Aktienorder stets den gleichen Betrag. Diese pauschale Ordergebühr umfasst beim billigsten Anbieter 4 Euro für die Transaktion über den Handelsplatz Xetra sowie 1 Euro für das Handelsplatzentgelt.

Welche Kosten gibt es?

Bei Direktbanken, Onlinebrokern und Smartbroker zahlst du in der Regel keine Gebühren für dein Wertpapierdepot. Anders sieht es bei Filialbanken aus. Statt der Depotgebühren differenzieren sich Broker stattdessen stärker bei den Orderkosten für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Wenn du komplett kostenlos Aktien handeln möchtest, bleiben dir an dieser Stelle nur Neobroker.

Beachte aber anfallende Kosten für einen zu hohen Barbestand auf deinem Verrechnungskonto. Liegt der Barbestand über 15 Prozent der Gesamteinlage, also dem Wertpapierbestand und dem Barbestand, so können darüber hinausgehende Barguthaben mit minus 0,5 Prozent pro Jahr negativ verzinst werden.

Preislich transparent sind pauschale Orderkosten wie bei der Onvista Bank oder Flatex. Bei letzterem Anbieter wird allerdings eine jährliche Verwahrgebühr von 0,1 Prozent des Vermögens auf Aktien und Zertifikate erhoben. Nicht aber auf ETF und Fonds.

Unter den Filialbank punktet preislich die Santander Consumer Bank mit 0,4 Prozent Kosten auf das Ordervolumen und einem kostenlosen Aktiendepot. Verfolgst du den langfristigen “Buy-and Hold“- Investmentansatz, dann spielen für dich insbesondere die Konditionen für die Verwahrung von Wertpapieren eine Rolle.

Bei Direktbanken, Onlinebrokern und Smartbrokern bekommt du meist ein kostenloses Wertpapierdepot. Zahlst du bei einem großen Depot ansonsten prozentual auf dein Anlagevermögen eine Depotgebühr, kann dies leicht einige hundert Euro im Jahr betragen. Ich empfehle dir deshalb, ein kostenloses Aktiendepot zu wählen.

Vergleichsrechner Depot

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