ETF einfach erklärt

by Finploris
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Sparen, investieren und Geld verdienen mit ETF

Passives Einkommen generieren – ohne großen Aufwand. So gelingt es dir – mit ETF. Hier erfährst du, wie du mit dieser kostengünstigen Anlageform einfach in den Aktienmarkt einsteigst und bequem dein Geld vermehren kannst.

FAQ ETF und ETF-Sparpläne

  1. Was versteht man unter einem ETF?
  2. Was versteht man unter einem ETF-Sparplan
  3. Welchen ETF sollte ich kaufen?
  4. Wo kann ich einen ETF kaufen?
  5. Was kostet ein ETF
  6. Welche Risiken hat das Anlegen in einen ETF?
  7. Wann erhältst du Ausschüttungen von einem ETF
  8. Warum empfiehlt mir mein Bankberater keinen ETF

Was versteht man unter einem ETF?

Was sind ETF?

ETF sind börsengehandelte Fonds. Ihre Abkürzung steht für exchange traded funds. Bilden diese einen Aktienindex ab- wie beispielsweise den amerikanischen S&P 500 oder den deutschen Aktienindex DAX – so spricht man von passiv gemanagten ETF. Passive ETF entwickeln sich ungefähr wie der Aktienindex, den sie abdecken. Als diversifizierte, einfache und bequeme Geldanlage sind sie für Anleger gut geeignet. Insbesondere, weil sie kostengünstig gehandelt werden können. Für viele dieser ETF gibt es ETF-Sparpläne – bei einigen Brokern sogar ohne Gebührenaufschlag. Mit ETF-Sparplänen wird der regelmäßige Kauf von ETF – in der Regel monatlich – automatisiert durchgeführt.

Daneben gibt es aktiv gemangte ETF, die nicht einen Index abbilden, sondern eine spezifische Investmentstrategie verfolgen. Aufgrund des höheren Aufwands kosten sie mehr als passive ETF.

Was sind die Vorteile von ETF?

ETF können einfach und jederzeit gekauft und wieder verkauft werden, denn sie werden an der Börse gehandelt. Vergleichbar mit dem Handel von Aktien. Insbesondere passiv gemanagte ETF sind preiswerter als aktiv gemanagte Investmentfonds. Ihre geringen Kosten sind transparent und berechenbar. Gemessen am investieren Vermögen wird prozentual nur ein sehr geringer Prozentsatz als Verwaltungskosten berechnet. Häufig können sie ohne Ausgabeaufschlag gekauft werden. Einige Broker bieten den Kauf und Verkauf ausgewählter ETF sogar ohne Transaktionskosten an.

Die Wertentwicklung passiv gemanagter ETF ist gut nachvollziehbar, denn sie steigen und fallen wie der ihnen zugrunde gelegte Aktienindex – beispielsweise der S&P 500. Steigt der S&P 500 Index, so erzielst du als Anleger einen Kursgewinn. Fällt er, machst du Verlust.

Was versteht man unter einem ETF-Sparplan?

Was sind ETF-Sparpläne?

Generell gibt es Sparpläne für unterschiedlichste Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder auch ETF. Mit ETF-Sparplänen kannst du als Anleger automatisch in monatlichen Raten dein Geld in ETF einzahlen. Dadurch brauchst du dir keine Gedanken machen, wann du in den Aktienmarkt einsteigen solltest, weil du dich ohnehin über deinen Sparplan regelmäßig am Aktienmarkt beteiligst.

Wie hoch ist der Mindestbetrag für einen ETF-Sparplan?

Die Einzahlungen in einen ETF-Sparplan beginnen oft schon ab 10, 25 oder 50 Euro pro Monat. Du kannst deine Einzahlungen über den Mindestbetrag jederzeit flexibel anpassen. Neben der kurzfristigen Erhöhung oder Verringerung deiner Monatsrate kannst du sogar dein Investment in einen ETF-Sparplan einige Zeit lang aussetzen.

Wie lange läuft ein ETF-Sparplan?

Entgegen den Bausparverträgen oder Versicherungsverträgen gehst du mit deinem ETF-Sparplan keine Verpflichtung ein. Du bleibst flexibel und kannst jederzeit einen ETF-Sparplan beginnen, aussetzen oder beenden.

Für wen sind Sparpläne geeignet?

In zwei Worten: für jeden. ETF-Sparpläne eignen sich hervorragend für den langfristigen Vermögensaufbau. Du beteiligst dich an Aktiengesellschaften und profitierst somit von ihren Unternehmenserfolgen. Durch die höhere Rendite am Aktienmarkt kannst du damit aktiv etwas für deine Altersvorsorge unternehmen, ohne dich mit Minusrenditen oder Minirenditen zufriedengeben zu müssen. Ich empfehle dir hierbei in einen ETF zu investieren, der einen breit gestreuten Aktienindex abbildet. Somit hast du ein ausgewogenes Portfolio mit geringeren Schwankungen.

Zwischenzeitliche Verluste sitzt du einfach aus. Denn du weist, dass der Aktienmarkt langfristig steigt und fallende Kurse die beste Kaufgelegenheit für spätere Gewinne sind. Nutze zum Investieren in ETF dein frei verfügbares Geld. Damit setzt du dich nicht unnötig unter Druck, falls du zu einem bestimmten Zeitpunkt dieses Geld für etwas anderes brauchst.

In welche ETF-Sparpläne sollte ich investieren?

Breit gestreute Aktienindizes eignen sich besonders gut für ETF-Sparpläne. Dazu gehören der Weltaktienindex MSCI World, der amerikanische S&P 500 oder die europäischen Indizes MSCI Europe und Stoxx 600 Europe.

In wie viele ETF-Sparpläne sollte ich investieren?

Investierst du in den weltweiten Index MSCI World, dann reicht ein Sparplan um dein Portfolio ausreichend zu diversifizieren. Möchtest du hingegen in einzelne Sektoren oder geografische Regionen investieren, dann ergänzt du am besten dein Portfolio um weitere ETF-Sparpläne aus anderen Sektoren oder Regionen.

Ein Beispiel: Du möchtest in einen ETF-Sparplan auf den deutschen DAX-Index investieren. Um dein Risiko breiter zu streuen, zahlst du zusätzlich in einen weiteren ETF ein, der beispielsweise den breiten amerikanischen S&P 500 Index abbildet.

Welchen ETF sollte ich kaufen?

Für welchen ETF soll ich mich entscheiden?

Das hängt in allererster Linie von dem Aktienindex ab, in den du investieren möchtest. Für bekannte Indizes wie den MSCI World gibt es ETF von verschiedenen Anbietern. Welchen ETF du an dieser Stelle wählst, ist nicht entscheidend, denn sie entwickeln sich alle in etwa wie der Index.

Geringfügige Abweichungen gibt es aufgrund kleiner Kostenunterschiede und der Art, wie der ETF den Index nachbildet. Lediglich für Sparpläne kann es signifikantere Konditionsunterschiede geben.

Wie viele ETF soll ich kaufen?

Mehrere ETF auf den gleichen Index brauchst du nicht, denn sie entwickeln sich gleich. Möchtest du hingegen dein Gesamtdepot über mehrere Länder oder spezifische Sektoren diversifizieren, sind weitere ETF auf andere Indizes sinnvoll.

Gibt es ETF-Sparpläne für vermögenswirksame Leistungen?

Über die Fondsbank Ebase kannst bei Filialibanken wie der Commerzbank oder bei Direktbanken wie Comdirekt auch ETF-Sparpläne auswählen, die sich als vermögenswirksame Leistungen qualifizieren.

Wo kann ich einen ETF kaufen?

Wo kann ich ETF kaufen?

ETF kaufst und verkaufst du über die Börse. Deshalb benötigst du hierfür ein Wertpapierdepot.

Dieses kannst du entweder über deine Hausbank eröffnen oder deutlich kostengünstiger im Internet bei einer Direktbank bzw. über eine App bei einem Neobroker einrichten. Vergleichbar mit dem Aktienhandel kannst du über eine Ordermaske die gewünschte Anzahl an ETF-Anteile handeln.

Wo kann ich ETF-Sparpläne kaufen?

Die größte Auswahl an ETF-Sparplänen findest bei bei Direktbanken und Neobrokern.

Darüber hinaus bieten auch die Privatbanken Hypovereinsbank, Postbank, Targobank und Commerzbank ETF-Sparpläne an. Volksbanken und Sparkassen haben wenn überhaupt nur ein sehr geringes Angebot an ETF-Sparplänen.

Was kostet ein ETF

Was kostet der Kauf und Verkauf eines ETF?

Für den Kauf und Verkauf von ETF zahlt du Transaktionsgebühren an den Broker. Diese entsprechen den üblichen Bankgebühren für eine Wertpapierorder.

Doch viele Broker bieten dir ausgewählte ETF ohne Transaktionsgebühren an. Dadurch kannst du diese kostenlos handeln.

Was kostet ein Wertpapierdepot?

Die Mehrheit der Onlinebroker bieten ein kostenloses Wertpapierdepot an. Dieses benötigst du, um einen ETF handeln zu können.

Was kostet ein ETF-Sparplan?

Du zahlst gewöhnliche Bankspesen für die monatliche Sparplanausführung. Die Höhe hängt entscheidend von der Bank oder dem Broker ab, bei dem du dein Wertpapierdepot abgeschlossen hast.

Viele Onlinebroker offerieren nicht nur kostenlose ETF, sondern auch kostenlose ETF-Sparpläne.

Gibt es noch weitere Kosten?

Ja, aber sehr geringe. Für die Verwaltung des ETF erhebt die Fondsgesellschaft aus deinem investierten Fondsvermögen eine jährliche laufende Gebühr.

Diese beträgt häufig nicht mehr als 0,5 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich, bei herkömmlich aktiv verwaltenden Aktienfonds beträgt die Gebühr nicht selten das Vierfache.

Wann werden die Kosten fällig?

Beim Kauf und Verkauf eines ETF zahlst du Transaktionsgebühren.
Die laufenden Kosten berechnen sich für das jeweilige Geschäftsjahr und werden täglich über den Preis des ETF berücksichtigt. Dadurch musst du sie nicht gesondert bezahlen.

Welche Risiken hat das Anlegen in einen ETF?

Haben ETF Risiken?

Das Risiko eines ETF hängt von den Kursbewegungen des Index ab, den der ETF nachbildet. Dementsprechend sind es die Kursschwankungen am Aktienmarkt, die zu Verlusten führen könnnen.

Sinkt der Index, den dein ETF abbildet, so erleidest du einen Wertverlust. Dieser Wertverlust wird aber nur dann zu einem tatsächlich realisierten Wertverlust, wenn du den ETF auch verkaufst. Als langfristiger Anleger sitzt du deshalb die Kursverluste aus, denn langfristig betrachtet steigt der Aktienmarkt.

Zudem wählst du am besten einen Index mit vielen unterschiedlichen Aktien aus verschiedenen Branchen. Vielleicht sogar aus verschiedenen Ländern. Durch diese Diversifizierung verringerst du dein Risiko. Mit 1.600 Aktien aus 30 Ländern stellt etwa der MSCI World einen breit gestreuten Index dar.

Sollte ich einmalig in einen ETF oder monatlich in einen ETF-Sparplan einzahlen?

Wenn du dein Geld einmalig in einen ETF investiert, dann kaufe am besten dann, wenn der Aktienmarkt schon tief gefallen ist und entsprechend günstig ist. Ansonsten könnest du das Pech haben, in einem ungünstigen Moment zu teuer gekauft zu haben.

Wenn du in einen ETF-Sparplan investiert, entfällt diese Entscheidung über den richtigen Kaufzeitpunkt. Mit Hilfe des sogenannten Cost-Average-Effekt kaufst du bei sinkenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile. Folglich liegt dein durchschnittlicher Kaufpreis zwischen diesen beiden Einstiegskursen.

Aus psychologischer Sicht hat dies den Vorteil, dass du dir weder über den Einstiegspreis noch über den Einstiegszeitpunkt Gedanken machst.

Sind ETF sicher?

ETF gelten als Sondervermögen. Das bedeutet, dass selbst dann deine Fondsanteile unangetastet bleiben, wenn deine Depotbank oder dein Broker pleitegehen. Allerdings könnte es sein, dass du im Konkursfall eine gewisse Zeit nicht auf dein Depot zugreifen kannst.

Dein Verrechnungskonto beim Broker in der Europäischen Union unterliegt hingegen der Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Bank und Person.

Gibt es ein Währungsrisiko bei ETF?

Es ist nicht notwendig, dass du dich gegen Wechselkursrisiken absicherst. Zwar fließt dein Geld in Fremdwährungen, wenn dein ETF Aktien in Fremdwährungen kauft.

Doch langfristig betrachtet schwankt solch ein ETF auch nicht viel stärker als ein vergleichbarer ETF mit Währungsabsicherung.

Was passiert, wenn ein ETF geschlossen wird?

Interessieren sich nicht genug Anleger für einen ETF, dann kann die Verwaltung des ETF für den Anbieter unwirtschaftlich werden. Falls sich in diesem Fall der Anbieter deswegen dafür entschließt, den ETF von der Börse zu nehmen, so erhältst du von deinem Broker hierüber eine Benachrichtigung.

Als Anleger kannst du nun deine ETF-Anteile normal verkaufen. Verkaufst du sie hingegen nicht, dann beteiligt dich später der Fondsanbieter an den Verkaufserlösen des ETF zum Stichtag. Der Fondswert wird dabei auf die verbliebenen Fondsanteile aufgeteilt und analog dem steuerrelevanten Verkauf von Fondsanteilen an dich als Anleger zurückgegeben.

Wann erhältst du Ausschüttungen von einem ETF

Erhalte ich Dividenden?

Bei Aktien-ETF erhält du Dividenden. Zu unterscheiden ist zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETF.

Die ausschüttende Variante zahlt dir Dividenden direkt auf dein Verrechnungskonto.
Die thesaurierende Variante reinvestiert die Dividenden unmittelbar wieder in dein Fondsvermögen.

Sollte ich einen ausschüttenden oder thesaurierenden ETF kaufen?

Generell empfehle ich dir, dass du die Dividenden aus dem ETF wieder reinvestiert. So profitierst du vom Zinseszins am Aktienmarkt.

Die thesaurierende Variante legt die Einnahmen aus dem ETF für dich eigenständig wieder in das Fondsvermögen an. Das macht sie für dich als Anleger bequem.

Bei der ausschüttenden Variante musst du die Wiederanlage in den ETF selbst steuern. Das klingt auf den ersten Blick etwas umständlicher, doch es gibt dir auch mehr Flexibilität. Du entscheidest, wann du genau in den Markt wieder einsteigen möchtest. Im besten Fall, wenn du billig ETF-Anteile nach Kursverlusten am Aktienmarkt kaufen kannst.

Wie werden Ausschüttungen automatisch angelegt?

Voraussetzung ist, dass dein Broker die automatische Wiederanlage anbietet. Einige Broker stellen die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen bereits vorab ein. Ab einem gewissen Betrag von 25 oder 50 Euro legt dann deine Depotbank bzw. dein Broker automatisch die erhaltenen Dividenden wieder in deinen ETF an.

Bietet dir dein Broker keine automatische Wiederanlage von Ausschüttungen an, so nimmst du am besten einen thesaurierenden ETF.

Wie hoch sind die Kosten für die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen?

Die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen kostet in der Regel genauso wenig wie ein ETF-Sparplan. Teilweise ist die automatische Wiederanlage sogar kostenlos, wodurch sie günstiger sein kann als ein ETF-Sparplan.

Doch Vorsicht. Ist die Ausschüttung höher als 1.000 Euro, verlangen einige Depotbanken höhere Kosten für die automatische Wiederanlage von Dividenden. Setze in diesem Fall von Anfang an auf einen thesaurierenden ETF oder lege die Dividenden eigenständig über die gewöhnliche Kauforder eines ETF an der Börse an.

Warum empfiehlt mir ein Bankberater keinen ETF?

Warum empfiehlt mir mein Bankberater einen aktiv gemangten Fond?

Mit dem Vertrieb von aktiv gemangten Fonds erhalten Banken und somit auch Bankberater höhere Provisionen.

Zum einen erhalten sie eine einmalige Vertriebsvergütung, die über den Ausgabeaufschlag auf den Fond erhoben wird. Zum anderen erhalten sie eine regelmäßige Bestandsprovision über die Haltedauer des Fonds, welche du wiederum über die jährliche Verwaltungsgebühr bezahlst.

Bei ETF hingegen erhalten Banken diese beiden Provisionen nicht. Deshalb sind ETF für dich als Anleger deutlich günstiger. Lediglich über Transaktionsgebühren beim Kauf und Verkauf von ETF verdienen Banken etwas. Aus diesem Grund findest du eine größere Auswahl an ETF nicht bei Banken, sondern bei Onlinebrokern.

Erzielen aktiv gemanagte Fonds bessere Renditen als ETF?

Nein. Die Mehrzahl aktiv gemanagter Fonds schneidet schlechter als der Index ab, obwohl sie angeblich nur in die besten Aktien investieren.

Aufgrund der günstigeren Kosten und aufgrund der höheren Rendite ist daher ein ETF in den meisten Fällen die bessere Wahl.

Warum empfiehlt mir mein Bankberater ein Indexzertifikat?

Mit dem Vertrieb von Indexzertifikaten erhalten Banken und somit auch Bankberater höhere Provisionen. Der größte Nachteil gegenüber ETF ist, dass dein Geld nicht vor der Pleite einer Fondsgesellschaft geschützt ist.

Als langfristiger Vermögensaufbau eigenen sich Indexzertifikate deswegen nicht. Denn als Schuldverschreibungen gehen Indexzertifikate in die Insolvenzmasse über, wodurch du dein gesamtes Geld bei einem Konkurs des Zertifikate-Emittenten verlieren kannst.

ETF hingegen gelten als Sondervermögen. Dein Geld ist im Falle einer Insolvenz des Fondsanbieters geschützt.

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