GameStop: warum Shortseller doch noch gewinnen werden

by Finploris
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Es mag auf den ersten Blick anders erscheinen. Schließlich ruinierten Kleinanleger einige Shortseller, wodurch Hedgefonds 23,6 Milliarden Dollar an Verlusten zu beklagen hatten. Doch das Blatt wandte sich mittlerweile. Shortseller gewannen und Kleinanleger verloren.

Squeeze
GameStop war seit langer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten und dadurch ein Hauptziel von Hedgefonds geworden. Diese verkaufen Aktien leer, in der Hoffnung, vom wirtschaftlichen Niedergang zu profitieren. Auf dem Subreddit WallStreetBets stimmten sich Privatanleger gemeinsam ab, auf steigende Kurse bei GameStop zu wetten. Über Handelsplattformen wie Robinhood kauften sie in großer Stückzahl Aktien von GameStop, wodurch der Kurs nach oben kletterte. Der einsetzende Short Squeeze und Gamma Squeeze zwang Shortseller zum Rückkauf ihrer geliehenen Aktien und zum Schließen der Verlustpositionen. Zur Freude der Reddit-Aktionäre schoss die Aktie um bis zu 2.000 Prozent im Jahr 2021 nach oben.

Die Aktienblase
Ein erfolgreicher Trade umfasst einen zweistufigen Prozess. Zuerst muss eine Aktie gekauft werden, deren Kurs nach oben steigt. Im zweiten Schritt muss die Aktie verkauft werden, um den Gewinn zu realisieren. Die zeitliche Dauer der Abfolge ist dabei variabel. Der Weg zur Ziellinie nicht geradlinig. Gewinne an einem Tag, können Verluste am anderen Tag entgegenstehen. Sich dies zu vergegenwärtigen, hilft, Aktienblasen besser zu verstehen. Unzweifelhaft ist der Kursanstieg bei GameStop eine Blase. Mittlerweile haben Shortseller während der jüngsten Kursverluste wieder Gewinne eingefahren, während Kleinanleger sich ihrer zukünftigen Verluste noch nicht bewusst sind.

Der Aktienverleih
Am 28. Januar stürzte die Aktie um Zweidrittel ab. Dem Börsencrash waren Handelsbeschränkungen von Robinhood und anderen Plattformen vorausgegangen, die den Kauf weiterer GameStop Aktien einschränkten. Zeitgleich zu den Kursverlusten sank das Handelsvolumen. Ein Indiz, dass der Squeeze vorüber ist und die Aktien nun mehrheitlich von Kleinanlegern gehalten werden. Die Kurse können nur noch dann steigen, wenn sich jemand anderes findet, der zu Höchstkursen einsteigt. Vergleichbar mit einem typischen Schneeballsystem. Sobald der Zufluss neuen Kapitals aber versiegt, gibt es keine neuen Käufer mehr, wodurch die Kurse beben. Die derzeitigen Aktionäre haben bereits ihr Geld verloren, auch wenn sie sich das noch nicht eingestehen. Nach anfänglichen Verlusten werden sich die Shortseller neu positionieren und von einem noch viel höheren Preisniveau auf fallende Kurse setzen – und Milliarden verdienen. Die Ironie daran ist, dass die Kleinanleger Konditionen und Bedingungen unterschrieben, die es ihren Brokern erlauben, die eigenen Wertpapiere an andere Investoren zu verleihen. Und zwar genau an diejenigen Shortseller, die gegen sie wetten.

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