Eine Börse für Sneaker

by Finploris
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Die umfassende Verfügbarkeit von Daten und ihre systematische Auswertung sind das Fundament moderner Entscheidungsfindungen. Und zugleich der Wettbewerbsvorteil am Kapitalmarkt, einem Ort, an dem der Hochfrequenzhandel in Millisekunden Milliarden an Börsenwert bewegt. Doch auch in anderen Bereichen wiederholt sich diese wirtschaftliche Erfolgsgeschichte aus der Symbiose zwischen Data Analytics und Handelsplattformen basierend auf Angebot und Nachfrage. Die Rede ist vom Sneaker Markt und der weltweit agierenden Sneaker Börse StockX.

Die Preistransparenz
Josh Luber war Datenanalyst und Sneaker-Fan. Auf Ebay ersteigerte er einst seltene Schuhe, doch die fehlende Transparenz von Preisen machte es ihm schwer, einen angemessenen Preis zu bezahlen. Deshalb entschloss er sich, die Sneaker Preise auf Ebay systematisch zu sammeln und sie auf seinem Blog zu veröffentlichen. Der jährliche Umsatz mit dem Verkauf gebrauchter Sneaker umfasste seinerzeit 200 bis 500 Millionen Dollar. Das Timing spielte Luber in die Hände und so investierten Fremdkapitalgeber wie Dan Gilbert in den jungen, aber aufstrebenden Sneaker-Wachstumsmarkt. Aus dem privaten Blog von Josh Luber wurde StockX, der globale Onlinemarktplatz für seltene Schuhe. Damit wurden die Preise von Sneaker erstmalig so transparent wie Aktien an der Börse gelistet.

Das Datenportfolio
Aus dem anfänglichen Fokus auf Sneaker wurde rasch ein globales und erfolgreiches Handelsunternehmen. Der Grundgedanke, aktuelle Preise aus Angebot und Nachfrage über eine Handelsplattform abzuleiten, bleibt dabei die entscheidende DNA des Unternehmens. Neben Sneaker bietet das Unternehmen mittlerweile Streetwear, Elektronik, Sammlerstücke, Handtaschen und Uhren an. Eine ausgeklügelte Transaktionsgebührenstruktur belohnt Verkäufer mit niedrigeren Gebühren, wenn sie mehr Sneaker auf StockX verkaufen. Das Unternehmen wiederum profitiert durch höhere Verkaufsaktivitäten und steigende Provisionseinnahmen. StockX bietet auf seiner Website die Sneaker mit einem Bild, das sich um 360 Grad drehen lässt, an. Der Chartverlauf der Preisentwicklung sowie weitere Finanzkennzahlen wie der 52 Wochenhöchst- und Tiefstpreis, die 12-monatliche Preisspanne und die Volatilität bilden die Marktnachfrage ab. Die Kaufentscheidung der Kunden wird somit durch intelligente Datenauswertungen unterstützt. Die Besonderheit von StockX liegt damals wie heute in der gesamtheitlichen Darstellung von Preisprofilen, vergleichbar mit den Aktienpreisen an Wertpapierbörsen.

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