Die Geschichte hinter Visa

by Finploris
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Visa ist eines der umsatzstärksten und profitabelsten Unternehmen auf der Welt. Millionenfach werden täglich Visa‘s Kreditkarten genutzt. Die Marke Visa ist weltweit bekannt und steht für höchste Zuverlässigkeit und Vertrauen. Doch wie bei vielen anderen Unternehmen dieser Größe ist der Erfolg von Visa geprägt von mutigen und weitsichtigen Entscheidungen.

Bevor es Kreditkarten gab
Zu Beginn des 20 Jahrhunderts war es nicht einfach Konsumkredite bei einer Bank zu beantragen. Mit der industriellen Produktion stieg das Angebot an Kleidung, Möbeln, Haushaltssachen, Telefonen und Autos stark an. All diese Technologien ermöglichten einen fortschrittlichen Lebensstiel und ein komfortableres Leben. Doch es gab ein Problem: die meisten Menschen konnten sich die modernen Annehmlichkeiten nicht leisten.

Der Beginn der Ratenkredite
Der Einzelhandel und die Hersteller fanden hierauf eine pragmatische Lösung: den Kauf auf Kredit. Für Neuanschaffungen wie etwa ein Auto genügte es nun, einen kleinen Betrag als Anzahlung zu leisten und den ausstehenden Kaufpreis über zukünftige Raten abzuzahlen. Güter, die zuvor unbezahlbar schienen, konnten nur von einer breiten Bevölkerungsschicht erworben werden. Über Nacht entwickelte sich eine starke Konsumnachfrage und ein florierender Binnenmarkt. Jedoch war der kreditfinanzierte Kauf nicht ohne zusätzliche Kosten möglich. Die Händler trugen die Kreditkosten- und risiken. Jeder kreditfinanzierte Kauf bedeutete für sie Verwaltungsaufwand infolge der Validierung der Kundenbonität und der Organisation der Kreditvergabe. Für Banken wiederum war die Finanzierung betragsmäßig geringer Konsumkredite aufgrund des vergleichsweise hohen Aufwands in der Regel nicht lohnenswert. So schulterten die Händel und Hersteller selbst die Kreditvergabe.

Bank of America sah seine Chance
Im Jahr 1950 stieg die Bank of America zu einer der größten Banken des Landes auf. Insbesondere bei Ratenkrediten nahm die Bank eine führende Rolle ein. Studiendarlehen und Kredite für Autos, Häuser und andere Konsumausgaben bildeten die tragende Säule im Privatkundengeschäft. Doch der zeitliche und personelle Aufwand der Konsumkreditvergabe blieb auch für sie herausfordernd.

BankAmericard
Die Idee der Kreditkarte war für die Finanzwelt damals nicht neu. Bereits 1950 gab das neu gegründete Unternehmen Diners Club Kreditkarten heraus. Der Erfolg blieb nicht unbemerkt und schon wenige Jahre später, im Jahr 1958, entschied sich die Bank of America zur Markteinführung einer eigenen Kreditkarte. Das Besondere daran war, dass Kunden ihre Kreditkartenschulden nicht mehr vollständig in einem Monat begleichen mussten. Stattdessen stand es ihnen frei, selbst zu entscheiden, wann und in welcher Höhe sie ihre Schulden zurückzahlen wollten. Dieses sogenannte BankAmericard Programm startete in Fresno, Kalifornien.

Franchise
Ende 1960 gelang die Internationalisierung durch Lizenzierung des Kreditkartengeschäftsmodells. Die Autorisierung des Bezahlvorgangs setzte in der Regel zwei unterschiedliche Banken voraus. Einmal die Bank des Verkäufers und einmal die Bank des Kreditkartenanbieters. Um entsprechende Harmonisierungen des Bezahlvorgangs partnerschaftlich zwischen den einzelnen Banken zu gewährleisten, gliederte die Bank of America das Kreditkartengeschäft 1970 in die neue Gesellschaft National BankAmericard Inc. (NBI) aus. 1976 wurden die unterschiedlichen internationalen Zahlungsnetzwerke zu einem einzigen Zahlungsnetzwerk zusammengefasst. Unter dem neuen Markenamen „Visa“ sollte fortan ein einheitlicher Markenauftritt aufgebaut und bekannt gemacht werden.

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