Die Biotechbranche im Kampf gegen COVID-19

by Finploris
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Die Zulassungen der ersten Impfstoffe in den USA, Großbritannien und Kanada und die bevorstehende Zulassung in Europa stärken die Hoffnung, dass die Einschränkungen des Alltagslebens schrittweise im Jahr 2021 wieder aufgehoben werden. Entscheidend bleibt, ob eine Herdenimmunität durch eine hohe Impfbereitschaft erreicht werden kann und wie lange der Infektionsschutz erhalten bleibt. Womöglich könnten bedingt durch einen endemischen Infektionsverlauf von SARS-CoV2 jährliche Impfungen notwendig sein.

Technologische Innovationen schaffen den Durchbruch
Nach Aussagen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) befinden sich derzeit 225 Impfstoffprojekte in der Entwicklungspipeline. Die Entwicklung erfolgsversprechender Impfstoffe deckt das gesamte technologische Spektrum der Biotechnologieforschung ab. Der weltweite Kampf gegen das Coronavirus stärkte die hochprofessionale Zusammenarbeit der Regulierungsbehörden mit der Gesundheitsindustrie. Wir erleben derzeit einen historisch einzigartigen Augenblick der Medizinforschung, innerhalb eines Jahres einen Virus identifiziert und eine entsprechende Impfung erfolgreichen zugelassen zu haben.

Die mRNA-Technologie – ein völlig neuartiges Verfahren auch für andere Krankheiten
Die am weitesten fortgeschrittenen Impfstoffprojekte sind die beiden Vakzine auf Basis des Botenstoffs mRNA. Dabei handelt es sich um mRNA-Vakzine von Pfizer/Biontech und Moderna, für die jeweils Notfallzulassungen beantragt wurden. Niemals zuvor wurde die mRNA-Technologie bei einem Impfstoff eingesetzt. Herkömmliche Vakzine beinhalten inaktivierte oder industriell hergestellte Virusproteine. Demgegenüber bestehen mRNA-Impfstoffe aus Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA), dem Erbgutträger von SARS-CoV-2. Auf Basis dieser einsträngigen RNA stellen körpereigene Zellen die Virusproteine her, welche vom Immunsystem identifiziert werden. Darauf aufbauend werden spezifische Antikörper vom Immunsystem produziert. Dadurch müssen, im Gegensatz zu klassischen Vakzinen, keine komplexen Virusproteine hergestellt werden.

Schutzwirkungen und logistische Herausforderungen
Bei den Vakzinen von Pfizer/Biontech und Moderna werden die mRNA-Impfstoffe BNT162b2 und mRNA1273 zweimal verabreicht. Anhand von einem hohen Anteil an Risikogruppen stellte beispielsweise Moderna die hohen Anforderungen an das Risikoprofil seines Impfstoffs sicher. Als Risikogruppen werden ältere Personen und jüngere Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen oder Adipositas eingestuft, die bei einer SARS-CoV-2 Erkrankung mit einem schweren Krankheitsverlauf zu rechnen haben. Der Pfizer/Biontech-Impfstoff muss bei minus 70 Grad Celsius gelagert werden. Der Moderna Wirkstoff ist logistisch einfacher händelbar. Im Kühlschrank kann er bei Temperaturen von 2 bis 8 Grad mehr als 30 Tagen, bei Temperaturen von minus 20 Grad sogar über sechs Monate gelagert werden. Beide Impfungen bestechen durch eine hochwirksame Schutzwirkung von 90 bis 95 Prozent.

Weitere mRNA-Impfstoffkandidaten
Die Biotechfirmen CuraVac und Translate Bio planen die Zulassung ihrer mRNA-Impfstoffe Mitte 2021. Derzeit befinden sich ihre Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung. Der Impfstoffkandidat des Biotechnologieunternehmens Novavax schloss erfolgreich die Phase-II-Studie ab. Das Unternehmen startete kürzlich seine Phase-III-Studie in England.

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