Buffett’s Alpha

by Finploris
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Obwohl so viel über Buffett und sein Anlagestiel berichtet und geschrieben wird, gibt es nur wenige empirische Analysen, die seine Performance erklären. Jeder Investor hat seine eigene Sicht auf Buffett, doch in diesem Artikel suche ich die Antwort hierauf in der aktuellsten und wichtigsten wissenschaftlichen Untersuchung.

Track Record
Seine Rendite wird in in der Studie genauestens analysiert und ins Verhältnis zu der langfristigen Performance von anderen Aktien und Fonds gesetzt. Unbestritten übertrifft seine herausragende Performance alle anderen Fonds über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren. Während risikofreudige Vermögensverwalter häufig ein Sharpe Ratio von 1 oder 2 beanspruchen, fahren Langfristanleger meist besser, wenn sie sich realistische Ziele setzen und sich damit auch auf schwierige Zeiten vorbereiten, die Buffett über seine Investmentkarriere hinweg selbst mehrmals erlebte.

Leverage
Mit akademischen Standardfaktoren, die den Markt, die Unternehmensgröße, die Unternehmensbewertung oder das Momentum der Aktienkursentwicklung erfassen, kann die Rendite von Buffett nicht erklärt werden, wodurch sein Erfolg ein Mysterium bleiben würde. Buffett personalisiert den Erfolg des Value Investings, indem er ein realer und zugleich außergewöhnlicher Beweis der Ideen von Graham und Dodd ist. Buffetts hohe Rendite kommt einerseits von seinem hohen Sharpe Ratio und andererseits von seiner Fähigkeit seine Performance zu hebeln um noch höhere Renditen zu erwirtschaften. Die Finanzierung seines Leverage stammt aus zwei Quellen. Der Aufnahme von Schulden und der Prämieneinnahmen aus seinem Versicherungsgeschäft. Ausdruck findet seine gehebelte Investmentstrategie in der höheren Volatilität der Berkshire Hathaway Aktie gegenüber der Volatilität des Portfolios seiner börsengehandelten Aktiengesellschaften. Zusätzlich zum Umfang seines schuldenfinanzierten Aktiendepots kommen die Rahmenbedingungen seiner Kreditkosten. Dank eines hervorragenden Ratings von AAA im Zeitraum 1989 bis 2009, profitierte er von sehr niedrigen Zinsen. Berkshire gehörte sogar zu den ersten Unternehmen, die schon 2002 eine Anleihe mit negativen Zinsen herausgab. Darüber hinaus werden die Kreditkosten aus den Prämieneinnahmen des Versicherungsgeschäfts schon vor der Niedrigzinsphase auf lediglich 1,72 Prozent geschätzt. Die übrigen Schulden, die er für seinen Leverage nutzte, inkludieren Lieferantenverbindlichkeiten und derivative Verbindlichkeiten. Im Jahresabschluss 2011 merkte Buffett an, dass Berkshire Derivate verkaufte, indem Indexoptionen geschrieben wurden. Die Optionsprämieneinnahmen sind daher Quelle seiner Fremdfinanzierung und Gewinnerzielung zugleich.


Investment Style
Gleichwohl Buffett als vollendeter Value Investor angesehen wird, bleibt seine Fokussierung auf sichere, hochqualitative Aktien sein bedeutendstes Erfolgsgeheimnis. Aus finanzwirtschaftlichen Gesichtspunkten versteht die Wissenschaft unter sicheren Aktien diejenigen mit einem geringen Beta und einer geringen Volatilität. Günstig bewertet gelten gemäß dem Faktormodell Aktien, die ein geringes Preis-Buchwert-Verhältnis aufweisen. Qualitativ hochwertige Aktien haben entsprechend ein profitables, stabiles und wachsendes Geschäftsmodell und eine hohe Ausschüttungsquote.

Zusammenfassung
Warren Buffetts Berkshire Hathaway hat ein Sharpe Ratio von 0,79 mit einem signifikanten Alpha realisiert. Sein Leverage wird auf ungefähr 1,7 zu 1 geschätzt. Daher sind Buffetts Renditen weder Glück noch Magie, sondern Ergebnis gehebelter, günstiger, sicherer und qualitativ hochwertiger Aktien. Differenziert man Berkshires Portfolio in börsengehandelte Unternehmen und vollständig konsolidierte Beteiligungen, so stellt sich heraus, dass seine Erfolge stärker das Ergebnis seiner Aktienauswahl, als das Ergebnis seiner Managementfähigkeiten sind.

Quelle: Financial Analysts Journal 2018, Andrea Frazzini, David Kabiller & Lasse Heje Pedersen

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