Anlegerfehler Hin und Her

by Finploris
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Börse macht unheimlich viel Freude. Das Handeln, die Börsennachrichten, die positiven und negativen Überraschungen. Doch zu häufiges und hektisches Handeln kann viel Rendite kosten. Die Gründe hierfür liegen einerseits in der Handelsstrategie und andererseits sind sie psychologisch bedingt.

Die Wissenschaft belegt in Studien, was zuvor in einer bekannten Börsenweisheit überliefert war. „Hin und her macht Taschen leer“. Gemeint ist damit, dass durch häufiges Umschichten Transaktionskosten anfallen, die renditemindernd wirken. Zudem erhöht jede Transaktion auch die Gefahr einer falschen Investitionsentscheidung.

Je aktiver der Börsianer handelt, desto höhere Provisionen, Spreads und Maklergebühren fallen an. Das Resultat ist ein schlechteres Abschneiden gegenüber einem vergleichbaren Aktienindex. Die Vorstellung, es Börsenprofis gleichzutun, endet in einem unausgeglichenen Spiel. Institutionelle Aktienhändler profitieren beispielsweise von Arbitragegewinnen, da sie kaum Transaktionskosten haben. Zudem sorgen interne Kontrollsysteme für die rechtzeitige Begrenzung von Risikopositionen. Der Privatinvestor muss sich ohne Sicherungssysteme beim Erkennen von Fehlentwicklungen auf seine persönliche Disziplin und mentale Stärke verlassen.

Die eigentliche Risikoquelle für renditeschwache Ergebnisse liegt allerdings nicht in den Transaktionskosten, sondern in der Selbstüberschätzung. Nur allzu oft führen anfängliche Erfolge zur Selbstüberschätzung und zu unüberlegten und vorschnellen Entscheidungen. Entsprechend schneiden Anleger mit dem Stillhaltenbesser ab. Wer sich dabei keinen Aktienindex wie den S&P 500 zulegt, sondern Einzelaktien, sollte seine Titel dennoch regelmäßig überprüfen. Zeichnet sich wie bei Wirecard eine eindeutige Unternehmensfehlentwicklung ab, so besteht auch wie in diesen seltenen Fällen Handlungsbedarf.

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