Grundeinstellungen in der Hauptbuchhaltung

by Finploris
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In den vergangenen Wochen handelten meine Beiträge über den MM-Bereich in SAP. Mir war es ein Anliegen, meinen Lesern die Neuerungen in S/4HANA in Bezug auf Customizing und Prozessgestaltung der Bestandsführung vorzustellen. Das volle Potential von SAP zeigt sich insbesondere dann, wenn Geschäftsprozesse modulübergreifend abgebildet werden. Könnte es daher etwas naheliegenderes geben, als nun das FI-Modul in diesem und den kommenden Artikeln detaillierter zu besprechen? Starten möchte ich die Finance-Beitragsserie mit den Grundeinstellungen in der Hauptbuchhaltung.

Abgrenzung der Hauptbuchhaltung

Die Hauptbuchhaltung besteht aus mehreren Hauptbüchern und bildet die parallele Rechnungslegung und parallele Bewertung ab. Innerhalb der Hauptbuchhaltung stellt SAP standardmäßig das führende Ledger 0L zur Verfügung. Neben dem führenden Ledger lassen sich weitere nicht-führende Ledger implementieren. Diese können lokale Rechtsanforderungen berücksichtigen. Die Integration eines führenden Ledgers zusammen mit nicht-führenden Ledgern im Hauptbuch wird als Ledgerlösung bezeichnet.

Die Ledgerlösung

Das führende Ledger stellt gleichzeitig das Konzern-Ledger dar. Gemeinsam mit den nicht-führenden Ledgern wird es auf Mandantenebene definiert.

Führendes Ledger:  Das führende Ledger bildet die Konzernbewertungssicht ab und enthält automatisch alle Buchungskreise eines Mandanten. Es lässt sich nicht deaktivieren und fungiert als Schnittstelle zum Controlling. Im Standardsystem werden nur die darin befindlichen Werte im Controlling mitgebucht. Im führenden Ledger werden die Rechnungslegungsvorschriften zur Konzernabschlusserstellung berücksichtigt.

Nicht-führendes Ledger:  Die nicht-führenden Ledger werden hingegen manuell einem Buchungskreis zugeordnet. Als parallele Ledger können sie lokale Rechnungslegungsvorschriften abdecken. Die Geschäftsjahresvariante zwischen führendem und nicht-führenden Ledgern kann sich unterscheiden.

Ledger-Gruppen

Wenn ein FI-Beleg im führenden Ledger und in nicht-führenden Ledgern des entsprechenden Buchungskreises gebucht wird, wie lässt sich dann eine Korrekturbuchung in nur einem Ledger bewerkstelligen? Hierzu stellt das SAP System eine Funktionalität zur Erstellung von Ledger-Gruppen zur Verfügung.

Die Ledger-Gruppe definiert sich wie folgt: Wird ein neues Ledger angelegt, so erzeugt das System automatisch eine Ledger-Gruppe mit gleichem Namen. Innerhalb der Ledger-Gruppe können beliebig viele Ledger zusammengefasst werden. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht werden diejenigen Ledger in einer Ledger-Gruppe eingefasst, für die gemeinsame Anpassungsbuchungen durchgeführt werden sollen. Bei einer Buchung ohne Angabe einer Ledger-Gruppe wird automatisch in alle Ledger gebucht, sodass nicht für alle Ledger Ledger-Gruppen anzulegen sind.

Erweiterungsledger

Das führende und die nicht-führenden Ledger gelten als Standard-Ledger, die Journalbuchungen für alle Geschäftstransaktionen enthalten. Einem Standard-Ledger kann zusätzlich ein Erweiterungsledger zugeordnet werden, welches die Journalbuchungen des Standard-Ledgers beinhaltet. Werden manuelle Buchungen ausschließlich einem Erweiterungsledger zugerechnet, so sind diese nicht im Standard-Ledger enthalten. Erweiterungsledger dienen vorrangig der Anpassung von Werten und dem Reporting, indem es Deltawerte beinhaltet. Das zugrunde liegende Ledger kann daher neben den Rechnungslegungsvorschriften um weitere Reportingsichten erweitert werden.

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