Terminprüfungen in der Bestandsführung

by Finploris
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Bei einigen Waren ist es von Vorteil, die Mindesthaltbarkeit und den zulässigen Lieferzeitrahmen beim Wareneingang zu überprüfen. Welche Voraussetzungen hierbei erfüllt sein müssen, damit nur Waren mit bestandener Terminprüfung in Bestand genommen werden, möchte ich in diesem Beitrag erklären.

Voraussetzungen Mindesthaltbarkeitsprüfung

  • Aktivierung der Mindesthaltbarkeitsprüfung für das Werk und die Bewegungsart.

    IMG→ Materialwirtschaft→ Bestandsführung und Inventur→ Wareneingang→ Mindesthaltbarkeitsprüfung einstellen (OMJ5)

  • Festlegung der Restlaufzeit im Materialstamm und/oder in der Bestellposition.

    Allg. Werksdaten/Lagerung bzw. Positionsdetails auf der Registerkarte Lieferung

  • Festlegung der Gesamthaltbarkeit im Materialstamm (für MHD-Prüfung anhand des Herstelldatums).

    Allg. Werksdaten/Lagerung

Mindesthaltbarkeitsprüfung

Bei Wareneingang erfasste MHD

Soweit die grundlegenden Einstellungen getroffen wurden, sind beim Wareneingang das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) einzugeben. Verfallsdatum/MHD. Anschließend validiert das SAP-System, ob das Mindesthaltbarkeitsdatum der geforderten Restlaufzeit entspricht. Sollte es zu einer Unterschreitung kommen, so wird in Abhängigkeit der eingestellten Meldung eine Warnung oder ein Fehler ausgegeben. Arbeitsgebiet 12, Meldungsnr. 007.

Bei Wareneingang erfasstes Herstelldatum

Voraussetzung bei der MHD-Prüfung nach dem Herstelldatum ist die Festlegung der Restlaufzeit und zusätzlich die Gesamthaltbarkeit im Materialstamm. Beim Wareneingang wird das Herstelldatum eingegeben, woraus das SAP-System automatisch das Mindesthaltbarkeitsdatum ermittelt.
MHD = Herstelldatum + Gesamthaltbarkeit

Zu unterscheiden sind hierbei Materialien mit und ohne Chargenpflicht. Liegt ein chargenpflichtiges Material vor, so kann das MHD zusätzlich zur Chargenfindung bei Warenausgängen und zur Chargenauswertung herangezogen werden. Bei nicht chargenpflichtige Materialien wird das MHD ausschließlich zur Erfassung und Prüfung beim Wareneingang und zum Drucken auf Warenbegleitscheinen verwendet.

Zu frühe Lieferung

Neben der Prüfung auf das Mindesthaltbarkeitsdatum kann das SAP-System prüfen, ob die Ware zu früh oder zu spät geliefert wird. Diese Funktion ist insbesondere für begrenzte Lagerkapazitäten sinnvoll. Ist die Systemmeldung auf Fehler eingestellt, so können zu früh gelieferte Waren wahlweise in den unbewerteten oder den bewerteten WE-Sperrbestand gebucht werden. Nach Erreichen des Lieferdatums, lässt sich der WE-Sperrbestand freigeben.

Customizing für zu frühe Lieferung

  • Prüfung, ob Lieferung vor geplantem Lieferdatum erfolgt.

    IMG→ Materialwirtschaft→ Bestandsführung und Inventur→ Eigenschaften der Systemmeldungen festlegen (OMCQ). Arbeitsgebiet M7, Meldungsnr. 254

Zu späte Lieferung

Die Prüfung auf verspätete Lieferung bedingt, dass in der Bestellung das Spätest mögliche Wareneingangsdatum auf  der Registerkarte Lieferung der Positionsdetails festgelegt wird. Im Falle einer eingestellten Fehlermeldung, kann die Ware in den WE-Sperrbestand mit anschließender Rücklieferung gebucht werden.

Customizing für zu späte Lieferung

  • Prüfung, ob Lieferung zu spät erfolgt.

    IMG→ Materialwirtschaft→ Bestandsführung und Inventur→ Eigenschaften der Systemmeldungen festlegen (OMCQ). Arbeitsgebiet M7, Meldungsnr. 163

Anmerkungen zu Terminprüfungen

Die Mindestrestlaufzeit eines Materials wird als Kalendertage berücksichtigt. Die Restlaufzeit im Materialstamm ist mandantenabhängig und nicht werksspezifisch. Warnmeldungen bei zu frühen/späten Lieferungen werden nur dann innerhalb der Migo/Fiori-App Warenbewegung ausgegeben, wenn die Eingabe vor der Wareneingangsbuchung geprüft wurde.

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