Bezugsquellenfindung im Dispositionslauf

by Finploris
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Welche Neuerungen bei der Bezugsquellenfindung sind mit SAP S/4HANA eingeführt worden? Diese Frage möchte ich anhand der Zuordnung von Bezugsquellen im Planungslauf beantworten.

Bezugsquellenfindung

Während in der klassischen Disposition das Orderbuch als Bezugsquellenfindung für die Fremdbeschaffung verwendet wurde, verliert mit S/4HANA das Orderbuch an Relevanz. Wichtig bleibt hingegen die Pflege der Quotierung für Materialien, die von unterschiedlichen Lieferanten beschafft werden. Die Bezugsquellenfindung dient ganz allgemein gesprochen der Ermittlung von Bezugsquellen. Zu den Bezugsquellen der Fremdbeschaffung zählen Lieferplan, Kontrakt und Einkaufsinfosatz. Der Vorteil der Bezugsquellenfindung liegt darin, dass in einem Planungslauf den Bestellanforderungen unmittelbar eine Bezugsquelle zugeordnet werden kann. Ist dies nicht gegeben, so werden stattdessen Bestellanforderungen ohne zugeordnete Bezugsquellen erstellt. Anschließend erfolgt die Umsetzung der Bestellanforderungen in Bestellungen über die manuelle Bezugsquellenzuordnung oder über die Sammelbearbeitungsfunktion.

Neben der Transaktion Zuordnen+bearbeiten (ME57) steht die FIORI Launchpad App Bestellanforderungen zur Verfügung. Werden zu einem Material mehrere Bezugsquellen angezeigt, so kann über ein Dialogfenster die gewünschte Bezugsquelle selektiert werden. Hierzu unterstützt die Preissimulation den User bei der Wahl des optimalen Lieferanten. Bestellanforderungen mit vorab zugeordneter Bezugsquelle können über die Transaktion Autom. über Banfen (ME59N) direkt in Bestellungen umgewandelt werden. Da SAP S/4HANA während des Planungslaufs bereits die Bezugsquellenfindung durchführt, werden Planungsläufe mit und ohne Orderbücher/Quotierungen unterschieden. Bei letzterem Planungslauf erfolgt die Bezugsquellenfindung nach absteigender Priorität: Lieferpläne, Orderbücher, Einkaufsinfosätze (Kennzeichen: relevant für die automatische Bezugsquellenfindung).

Orderbücher und Quotierungen

Wird hingegen der Planungslauf mit Orderbüchern oder Quotierungen ausgeführt, so hat die Quotierung eine höhere Priorität gegenüber dem Orderbuch bei der Bezugsquellenfindung. Quotierungen bieten sich insbesondere für mehrere gleichzeitig zu berücksichtigende Bezugsquellen an. Dabei wird jeder Bezugsquelle eine Quote zur Verteilung der Bedarfe für einen spezifischen Zeitraum zugewiesen. Zu unterschieden sind die Zuteilungsquotierung und die Splittungsquotierung. Bei der Zuteilung wird jedes Los einer Bezugsquelle zugeordnet. Bei der Splittung wird zuerst die Beschaffungsanforderung aufgeteilt und anschließend verschiedenen Bezugsquellen zugeordnet. Voraussetzung dabei ist, dass im Materialstamm ein Losgrößenverfahren mit Splittungsquote eingestellt ist. Weitere Einstellungen zum Mindestmengensplit und der maximalen Menge/Losgröße/Abrufmenge können über die Transaktion Pflege (MEQ1) vorgenommen werden. Das Orderbuch dient hingegen für sich genommen oder als Ergänzung zur Quotierung als Bezugsquelle für die Kombination aus Material, Werk und definiertem Zeitraum. Je Orderbuchsatz (entspricht einer Bezugsquelle) können fixe Quellen (gilt nicht für Planungslauf), Sperrung einer Bezugsquelle und Berücksichtigung im Planungslauf eingestellt werden. Die Orderbuchverwendung untergliedert sich in das Kennzeichen 1, Berücksichtigung beim Planungslauf, und das Kennzeichen 2, direkte Lieferplaneinteilung bei Lieferplanposition.

Lieferplan

Der Lieferplan steuert als Rahmenvertragsart die zeitliche und mengenmäßige Beziehung von Teilmengen zur Gesamtmenge. Mit S/4HANA trägt die automatische Erstellung von Lieferplaneinteilungen im Planungslauf dazu bei, die Effizienz im Unternehmen durch entfallene Bestellungen und Kontraktabrufe zu erhöhen. Zusätzlich kann die Kapitalbindung im Lagerbestand reduziert und die Lieferzeit verkürzt werden. Soweit die Lieferplanposition nicht fixiert ist, wird sie durch Planungsläufe stetig aktualisiert. SAP kennt zwei Arten von Lieferplänen. Die Belegart LP, Einteilungen werden an Lieferanten übermittelt und die Belegart LPA, Übertragung der Lieferplaneinteilungen als Abrufe (Lieferabrufe/Feinabrufe).

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