Dispositionsverfahren im Überblick

by Finploris
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Im Folgenden möchte ich auf die Abgrenzung zwischen der verbrauchsgesteuerten und plangesteuerten Disposition in SAP eingehen und die unterschiedlichen Dispositionsverfahren beschreiben.

1. Verbrauchsgesteuertes Dispositionsverfahren
Die Disposition basiert auf dem vergangenem Materialverbrauch und exkludiert externe Bedarfe wie beispielsweise Planprimärbedarfe, Reservierungen oder Kundenaufträge. Für Informationszwecke werden in der aktuellen Bedarfs- und Bestandsliste jedoch Kundenaufträge, abhängige und manuelle Reservierungen angezeigt. Diese unkomplizierte Bedarfsplanung lässt sich mit überschaubaren Aufwand umsetzen, wodurch sie insbesondere für geringwertige Materialien mit tendenziell konstantem Verbrauch wie B- und C-Teilen geeignet ist. Die zukünftigen Bedarfe resultieren aus den nachfolgend beschriebenen Materialprognosen und statistischen Verfahren auf Basis der Verbrauchswerte. Die Disposition erfolgt losgelöst vom Produktionsplan, wobei die Nettobedarfsrechnung durch Unterschreitung eines festgelegten Meldebestands (Bestellpunkt) oder durch Prognosebedarfe angestoßen wird.

1.1. Bestellpunktdisposition
Dieses Verfahren beschreibt die Überprüfung auf Unterschreitung des dispositiv verfügbaren Bestands gegenüber dem im Materialstamm eingetragenen Meldebestand. Der dispositiv verfügbare Bestand ergibt sich aus der Summe des Werksbestands und der festen Zugänge. Der Meldebestand leitet sich aus dem durchschnittlich erwarteten Materialbedarf während der Wiederbeschaffungszeit ab. Wird der Meldebestand manuell vom Disponenten festgelegt, so spricht man von einer manuellen Bestellpunktdisposition. Demgegenüber grenzt sich die maschinelle Bestellpunktdisposition durch einen vom System prognostizierten Meldebstand ab. Kommt es bei beiden Methoden zu einer Unterschreitung, so wird die Beschaffung im nächsten Dispositionslauf initialisiert.

1.2. Stochastische Disposition
Überschreitet der gesamte Prognosebedarf die gesamte feste Zugangsmenge zu einem bestimmten Zeitpunkt, dann werden seitens der Disposition Planaufträge oder Bestellanforderungen generiert. Die gesamte feste Zugangsmenge ermittelt sich anhand des Bestands, der Fertigungsaufträge, Bestellungen, fixierten Planaufträge und Bestellanforderungen, wobei keine Planprimärbedarfe berücksichtigt werden.

1.3. Rhythmische Disposition
Die zukünftige Bedarfsmenge ergibt sich anhand der Verbrauchswerte.  Der Name beschreibt die in vordefinierten Zeitabständen durchgeführten Planungsläufe.

2. Plangesteuertes Dispositionsverfahren
Relevant für die Bedarfsermittlung sind der aktuelle und zukünftige Absatz. Die Bedarfsberechnung umfasst externe Bedarfe und orientiert sich sowohl an Menge und Datum des Primärbedarfs, als auch an Menge und Datum der Kundenaufträge. Weiterhin werden Materialreservierungen sowie Sekundärbedarfe aus der Auflösung der gesamten und mehrstufigen Stücklisten berücksichtigt. Besonders gut geeignet ist sie daher für hochwertige A-Teile.

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