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Unterinvestitionen in die IT-Sicherheit

by Finploris
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100.000 Cyberattacken wurden in einer von der Bank for International Settlements in Auftrag gegebenen Studie untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass sich die meisten Hackerangriffe gegen Finanzinstitute gerichtet haben. Doch trotz der besonders hohen Häufigkeit an Angriffen gegen die IT-Infrastruktur von Banken, entstanden pro Cyberangriff nur geringfügige finanzielle Schäden. Wie lässt sich diese Relation aus hoher Angriffsintensität und geringer Schadenshöhe erklären?

Unstrittig ist, dass Informationstechnologien eine stetig wachsende Bedeutung in privaten und öffentlichen Sektoren haben. Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Cloud-Dienste und Data Mining beschreiben wichtige Wettbewerbsvorteile. Ohne sie wären etwa effiziente Prozessabläufe und vernetztes Arbeiten undenkbar. Die Menge und Qualität der Daten stellen jedoch auch für Kriminelle lohnende Ziele dar, wodurch die Risiken von Cyberattacken steigen. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass über alle Sektoren hinweg ein Defizit an Investitionen in die Cyber-Sicherheit besteht. Die Höhe des Defizits, gemessen am Anteil des Gesamtumsatzes, ist über die Sektoren unterschiedlich verteilt.

Quelle: BIS

Finanzinstitute und Versicherungen werden deswegen am häufigsten angegriffen, weil Identitätsdiebstahl, Spionage und Datenklau für Cyberkriminelle besonders lukrativ sind. Dieser Bedrohung sind sich Unternehmen aus dem Finanzsektor bewusst, wodurch sie ihre Ausgaben in den IT-Schutz erhöht und dadurch Schäden von Cyberattacken reduzierten. Den höchsten durchschnittlichen Verlust aufgrund von Cyberangriffen verzeichnet der Transportsektor, welcher aufgrund von seltenen Hackerangriffen auch relativ wenig in IT-Sicherheit investiert.

Unternehmen sollten, so lautet die Empfehlung der Studie, 7 Prozent ihres Umsatzes in IT-Ausgaben (inkl. IT-Sicherheit) investieren. Gemessen am optimalen Level der IT-Ausgaben investiert der Finanzsektor mit 6 Prozent seines Umsatzes am meisten. Der Minensektor und der Großhandel investieren mit 2 Prozent am wenigsten.

Welche Bedeutung haben die aktuellen IT-Ausgaben? Unvermindert stark profitiert der IT-Sektor von Digitalisierung, Cyber-Sicherheit und dem Vertrieb von Unternehmenssoftware. Angesichts des IT-Ausgabendefizits stellt die Nutzung von Cloud-Diensten und damit das Outsourcing zu professionellen IT-Betreuungen eine immer beliebtere und kalkulierbare Alternative da.

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