Google und Facebook schaffen “Kill Zone”

by Finploris
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Die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle war und ist geprägt von starken disruptiven Kräften. Suchmaschinen wie Altavista oder Lycos entstanden und verschwanden wieder. Soziale Netzwerke wie GeoCities oder studiVZ wurden gegründet, aufgekauft und geschlossen. Kaum eine Branche unterliegt einem so starken Wandel mit einer so hohen Geschwindigkeit wie die Technologiebranche. Doch was kam nach Google und Facebook? Warum wachsen im Bereich der Internetsuche und der sozialen Netzwerke keine Unternehmen mehr heran, die Google und Facebook ernsthaft Konkurrenz machen?

Beide Unternehmen sind mittlerweile so finanzstark und groß, dass sie aufkommende Konkurrenz einfach aufkaufen können, um ihren Wirkungskreis noch weiter zu stärken. In einer aktuellen Studie (April 2020) von der University of Chicago dokumentierte Sai Krishna Kamepalli, wie Google und Facebook ihre monopolartigen Positionen durch Akquisitionen neuer Wettbewerber verteidigen. Anhand der Beteiligungen von Venture Capital Gesellschaften konnte er zeigen, dass sich die Finanzierungsbereitschaft von jungen Unternehmen im Bereich der Internetsuche und der sozialen Netzwerke stark verringert hat. Diese Entwicklung zeigt, dass Risikokapitalgeber keine adäquaten Chancen mehr sehen gegen Google und Facebook zu konkurrieren.

Geschäftsbereiche, in denen große Unternehmen kleine Start-ups aus dem Markt drängen, bevor sie zu ernsthaften Konkurrenten heranwachsen, werden “Kill Zone“ genannt. Innerhalb der “Kill Zone“ ist es auch für junge Unternehmen schwieriger, höhere Preise für den Verkauf ihres Unternehmens zu verlangen. Hintergrund ist, dass ihre Dienstleistungen für sich genommen einen zu geringen Mehrwehrt stiften. Erst als Komplementärleistung für große Unternehmen entfaltet ihre Technologie einen hohen Nutzen. Da dieser Mehrwert für Quasi-Monopolisten wie Google einen höheren Nutzen generiert als für Konkurrenten wie Bing, entwickelt sich kein starkes Bieterrennen um das Start-up. Aus technischer Sicht können monopolartige Strukturen zu geringeren Innovationen führen. Aus Anlegersicht sind sie hingegen großartige Investitionsmöglichkeiten. Denn die hohen Wettbewerbshürden gewährleisten überdurchschnittlich hohe Renditen und steigende Gewinne. Diese Einnahmen können für Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe eingesetzt werden.

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