MODERN VALUE INVESTING

by Finploris
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Der Einstieg
Sven Carlin fasst in seinem Buch „Modern Value Investing“ pointiert die Prinzipien des Value Investings zusammen. Dabei verbindet er strukturelle Grundzüge des modernen Value Investings mit anschaulichen Beispielen.

Zu Beginn geht er darauf ein Aktienbeteiligungen an Unternehmen mit intakten Geschäftsmodellen langfristig zu halten, da kurzfristig betrachtet die Volatilität den tatsächlichen Unternehmenswert unzureichend widerspiegelt. Diese Kursschwankungen bieten allerdings auch Chancen Aktien unterhalb ihres intrinsischen Unternehmenswerts zu kaufen.

Hierzu ist seine Empfehlung, anteilig Aktienkäufe auf unterschiedliche Zeitpunkte verteilt zu tätigen, um von potentiell niedrigeren Aktienkursen im Zeitverlauf zu profitieren.

Risikobewertung
Die zeitliche Aufteilung des Investitionsvolumens und der langfristig ausgerichtete Beteiligungsaspekt ermöglichen zudem eine Risikobemessungsgrundlage nach dauerhaften Kapitalverlusten und nicht nur nach temporären Buchverlusten.

Daher liegt die Risikobemessung im Verhältnis aus Einstiegskurs zu tatsächlichem Unternehmenswert. Die Indikation des Unternehmenswerts resultiert wiederum aus der qualitativen und quantitativen Unternehmensanalyse.

Aktienrückkäufe
Aktienrückkäufe können kurzfristig den Aktienkurs durch eine Verknappung frei handelbarer Aktien erhöhen. Allerdings können sie langfristig den Unternehmenswert auch vermindern. Liegt nämlich der Aktienkurs über dem intrinsischen Unternehmenswert, so sinkt das um Aktienrückkäufe verminderte Eigenkapital im Verhältnis zur reduzierten Aktienanzahl stärker. In diesem Fall resultieren hieraus ein niedrigerer Buchwert und ein entsprechend höheres Kurs-Buchwert-Verhältnis.

Unternehmensbewertung
Die Unternehmensbewertung kann über verschiedene Methoden erfolgen. Sie reicht von der Berechnung des Liquidationswerts bis hin zur Abzinsung zukünftiger Gewinne. Geht man von einem Fortbestehen des Unternehmens aus, so ist die Rendite auf das Unternehmenskapital von besonderer Bedeutung.

Die ROIC genannte Kennziffer berechnet sich aus dem Nettogewinn geteilt durch die Summe aus Eigenkapital und lang-/kurzfristigen Schulden. Langfristig betrachtet determiniert die Kapitalrendite die Aktienkursentwicklung, unabhängig von einem punktuell hohen oder niedrigen Einstiegskurs. Insofern bildet eine hohe Kapitalrendite eine höhere Sicherheit vor dauerhaften Aktienkursverlusten.

Wettbewerbsvorteile
Hohe Kapitalrenditen sind langfristig schwierig beizubehalten, da sie andere Unternehmen motivieren als neue Wettbewerber in den Markt einzusteigen. Diese dynamische Entwicklung des Kapitalismus impliziert, dass nur dann langfristig hohe Kapitalrenditen zu halten sind, wenn gleichzeitig hohe Wettbewerbsvorteile vorliegen. Im Folgenden sind beispielhaft Faktoren genannt, die hohe Wettbewerbsvorteile beschreiben:

  • Kostenvorteile
  • Lock-in-Effekt
  • Netzwerkeffekt
  • Markenname
  • Reputation
  • Skaleneffekte
  • staatliche Monopolstellung

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