Big Debt Crises

by Finploris
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Einleitung
Ray Dalio untersucht in seinem Buch historische Markteinbrüche im Detail. Seine Untersuchungen stützen sich nicht nur auf seine persönlichen Erfahrungen, sondern vor allem auf eine weitumfassende und chronologische Analyse geschichtsträchtiger Markteinbrüche.

Der Schuldenzyklus
Sind Schulden generell schlecht? Nach Ray Dalio hängt die Differenzierung, ob Schulden gut oder schlecht sind, von zwei zentralen Fragen ab. Welcher Nutzen lässt sich aus zusätzlichen Schulden ableiten und wie werden Schulden zurückgezahlt. Ein Kredit erhöht anfangs die Kaufkraft und die Verbindlichkeit. Inwieweit Kreditaufnahmen erstrebenswert sind, hängt davon ab, ob geliehenes Geld produktiv genutzt wird um genügend Einkommen zur Bedienung der Schulden aufzubringen. Kredite entwickeln daher eine sich selbstverstärkende wirtschaftliche Aufwärts und –abwärtsbewegung.

Während eines Aufschwungs etwa, ermöglichen Kredite zusätzliche Investments zu tätigen, welche wiederum Einkommen und Vermögenswerte erhöhen. Gestiegene Einkommen und Vermögenswerte erlauben noch höhere Ausgaben für Waren und weitere Vermögenswerte. Die Geldaufnahme führt dazu, dass Ausgaben und Einkommen über das konsistente Produktivitätswachstum der Wirtschaft hinausgehen. Der Aufwärtszyklus basiert auf der Erwartungshaltung, dass die Aufwärtsbewegung unendlich weitergeht. Doch diese Erwartungshaltung kann nicht dauerhaft erfüllt werden, bis schließlich das Einkommen unter die Kreditkosten sinkt.

Volkswirtschaften, deren Wirtschaftswachstum auf schuldenfinanzierten Ausgaben für Infrastrukturprojekte basiert, sind besonders anfällig für Konjunkturzyklen. Denn der Bau von langfristigen Vermögenswerten ist auf Dauer aufgrund abnehmender Nachfrage nicht nachhaltig.

Die Schuldenblase
Ein klassisches Warnzeichen einer aufkommenden Schuldenblase ist, wenn neue Kredite zur Tilgung bestehender Schulden aufgenommen werden. Steigende Kreditbeträge und sinkende Ausgaben können an diesem Punkt Zentralbanken dazu veranlassen ihre bisher zur Verfügung gestellte Geldmenge zu straffen. Wenn durch die hierdurch gestiegenen Kreditzinsen die Kosten der Schuldentilgung höher sind als die noch mögliche Kreditaufnahmesumme, dann kehrt sich der Wirtschaftsaufschwung in einen Abschwung um. Den Maßnahmen zur Schuldenreduzierung wurde in der Vergangenheit unter anderem mit Austerität, einer strengen staatlichen Haushaltspolitik, begegnet. Die dadurch hervorgerufenen Maßnahmen führten zu weiteren Nachfrageeinbrüchen und einer noch schärferen Wirtschaftskrise. Laut Ray Dalio liegt die Lösung in einem ausbalancierten Maßnahmenpaket aus Deleverage und akzeptablem Inflationsniveau.

Gute Schulden, schlechte Schulden
Gute Schulden sind Schulden, die langfristig das Einkommen durch schuldenfinanzierte Investitionen erhöhen. Aufgrund des gestiegenen Einkommens verbessert sich die Einkommens-Schulden-Quote, da die Schuldentilgung mithilfe höheren Einkommens bedient wird. Schlechte Schulden sind beispielsweise Konsumschulden, da sie zu keinem steigenden Einkommen führen. Gesamtwirtschaftlich betrachtet führen schlechte Schulden anfangs zu Nachfragesteigerungen und Wirtschaftswachstum. Langfristig betrachtet sinkt die Nachfrage jedoch, da die Schuldentilgung das verfügbare Einkommen reduziert.

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