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Wirecard: Kurssturz nach Prüfbericht

by Finploris
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Die Veröffentlichung des KPMG-Prüfberichts verunsichert Investoren durch ungeklärte Fragen. Die Wirecard-Aktie bricht Dienstagmittag um über 20 Prozent ein. Noch nicht zur Verfügung gestellte Kontoauszüge und Bankauszüge erschwerten die forensische Sonderuntersuchung für die Jahre 2016 und 2017. Durchgeführte Untersuchungshandlungen ergaben jedoch für 75% der Umsatzerlöse von Drittpartnern eine “rechnerische Richtigkeit und Vertragskonformität”. Als Ergebnis kommt KPMG zu dem Schluss, dass ein Untersuchungshemmnis vorliege, da keine Aussage getroffen werden könne, “dass die Umsatzerlöse existieren und der Höhe nach korrekt sind”, noch, “dass die Umsatzerlöse nicht existent und in der Höhe nicht korrekt sind”.

Die Wirtschaftszeitung “Financial Times” übte an der Transparenz der Trittpartner Kritik. Wirecard wickelt Transaktionsvolumina über Trittparteien in Ländern ab, in denen keine eigene Lizenz vorliegt. “Ursächlich sind neben Mängeln in der internen Organisation insbesondere die fehlende Bereitschaft der Third Party Acquirer umfassend und transparent an dieser Sonderuntersuchung mitzuwirken”, verlautet es in dem Prüfbericht. Der Prüfbericht entkräftet die Vorwürfe, dass Wirecard sich der Bilanzfälschung schuldig gemacht hat. Festgestellt wurden organisatorische Schwächen in den Dokumentationen, jedoch keine substantiellen an den veröffentlichten Jahresabschlüssen. Eine seitens Wirecard neu eingerichtete Plattform zur Transaktionsabwicklung begegnet den identifizierten Schwächen und stellt zukünftig die “Bereitstellung der Transaktionsdaten ohne Mitwirkung Dritter” sicher. Datenanalysen für den Monat Dezember 2019, bestehend aus ausgewiesenen Transaktionsvolumina und durch KPMG ermittelte Transaktionsvolumina geben keinen Anlass zu Zweifel an den von Drittpartnern bereitgestellten Transaktionsvolumina. Die aus gutachtlicher Stellungnahme getroffenen Schlussfolgerungen auf die Bilanzierung führen zu einer Verschiebung der für Donnerstag (30. April) geplanten Bilanzpressekonferenz. Im Detail geht es unter anderem um den Ausweis der Treuhandkonten als sonstige finanzielle Vermögenswerte, anstatt wie bisher als Zahlungsmittel. Der Bericht lässt einige Fragen hinsichtlich der Umsätze durch Drittpartnergeschäfte offen.

Die Volatilität von Wirecard bleibt auch weiterhin hoch. Die Veröffentlichung des Prüfberichts hat abermals die Volatilität erhöht.

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