Staatseinstieg bei Airlines

Seit Ausbruch der Pandemie und dem starken Rückgang der Fluggäste stehen Staatsbeteiligungen bei Fluggesellschaften zur Disposition. Doch welche Auswirkungen könnten Beteiligungen des Staates für Aktionäre bedeuten?

Der Eigenkapitaleinstieg der amerikanischen Regierung zur Rettung der Banken in den Jahren 2008/2009 hat gezeigt, dass Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorkommen können. Die Kapitalerhöhungen führten zwar zur Erhöhung der Aktienanzahl und damit zu einer Verwässerung der Anteile von Altaktionären. Doch mit frischem Eigenkapital konnten die Banken ihre existenzgefährdende Lage überwinden und wieder ihrer Geschäftstätigkeit normal nachgehen. Demgegenüber konnten Altaktionäre von General Motors von staatlicher Unterstützung nicht profitieren. Nachdem GM Insolvenz angemeldet hatte und einen staatlichen Milliardenkredit erhalten hatte, konnte das Unternehmen gerettet werden. Durch Herausgabe neuer Aktien zur Rückzahlung der Schulden wurden allerdings die bestehenden Aktien praktisch wertlos.

Rund um den Globus kämpfen Fluggesellschaften ums Überleben. Die dringende Sicherstellung von Liquidität durch staatliche Mittel kann Airlines dabei helfen, die Krise zu überstehen. Davon müssen jedoch nicht zwangsläufig Aktionäre profitieren, denn bei der Verwendung von Steuermitteln steht in erster Linie die Existenz bedeutender Unternehmen und der Erhalt von Arbeitsplätzen im Vordergrund. Vor solch einer staatlichen Unterstützung könnte die Lufthansa stehen. Das Hilfspaket kann in Form von Krediten oder Eigenkapitalanteilen erfolgen. Beides würde das Liquiditätspolster erhöhen, wobei die Kreditzuteilung zu einer höheren Verschuldung führen würde.

Durch Stilllegung der Flugzeugflotte verbilligte sich der Lufthansa Kurs um über 40%. Bei United und Delta ist der Kursrückgang um bis zu 70% bzw. 60% noch dramatischer.

Seit der Finanzkrise hat sich der Kurs der Lufthansa Aktie halbiert. Die Kurse von United und Delta hatten in den letzten Jahren von steigender Rentabilität profitiert. Seit der Pandemie haben beide ihre Kursgewinne wieder abgegeben.

Da auch andere Airlines massiv staatlich gefördert werden, hängt die langfristige wirtschaftliche Entwicklung der Lufthansa davon ab, wie gut sie sich nach der Krise im internationalen Wettbewerb schlägt.